Facebookseite zeigt Herstellung: Neue Spur zu den bunten Steinen in Bonn

Facebookseite zeigt Herstellung : Neue Spur zu den bunten Steinen in Bonn

Diese Kunst gibt Rätsel auf: Immer wieder sind in den vergangenen Tagen bunte Steine im Bonner Stadtbild aufgetaucht, Herkunft unbekannt. Eine Seite im Internet zeigt nun die Herstellung der farbigen Brocken. Der Künstler bleibt vorerst dennoch im Verborgenen.

Wer steckt hinter den farbig angestrichenen Steinen, die seit knapp zwei Wochen in der Stadt aufgestellt werden? Mit rot-weißem Absperr-Klebeband umsäumt sorgen die Objekte für Spekulationen.

Vor knapp zwei Wochen war ein solch farbenfroher Stein erstmals am Alten Rathaus in Bonn aufgetaucht. Am vorvergangenen Wochenende wurden gleich sieben dieser Exemplare am Bottlerplatz gesichtet. Die Stadt ließ die Steine stets entfernen, aus Sorge, jemand könnte über sie stolpern. Über ihre Herkunft wisse sie aber nichts.

Eine möglicherweise heiße Spur gibt es dafür jetzt im Internet. Eine Seite auf Facebook mit dem Titel "BunteSteine #2J" zeigt die Herstellung einiger Objekte. Gezeigt werden dort offenbar auch die Steine, die vor knapp zwei Wochen am Bottlerplatz aufgestellt wurden.

Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Farbe, Pinsel und Haartrockner. Auffällig auch: Als Unterlage verwenden die Künstler Zeitungsseiten des General-Anzeigers. Zu identifizieren sind zwei Zeitungsausgaben, vom 29. August 2014 und vom 4./5. November 2017. Drei Jahre liegen also dazwischen. Ob hier eine alte Zeitungsausgabe verwendet oder die Steine bereits 2014 bemalt wurden, lässt sich nicht sicher sagen.

Sicher ist dagegen, dass einige Fotos einen Stein an der Bonner Oper zeigen, der dort Ende August 2014 aufgestellt wurde. Die Facebook-Seite zeigt einen entsprechenden GA-Bericht vom 29. August 2014, also exakt die Zeitungsausgabe, die als Unterlage in einer der Bilder zu identifizieren ist. Die Aktion von damals scheint drei Jahre später also von den selben Protagonisten fortgeführt zu werden.

Offenbar zeigt die Facebook-Seite auch den Arbeitsplatz der Künstler, der sich in einer Art Garten oder Hinterhof befindet. Es scheinen mehrere Künstler am Werk zu sein, das legen jedenfalls mehrere Bilder nahe, auf denen der Fotograf die Schuhe einer zweiten Person ablichtet.

Andere Bilder zeigen offenbar, dass die Steine mit Bürste und Schwamm gereinigt und mit einer Grundierung versehen werden, bevor sie ihren farbigen Anstrich erhalten.

Eine Anfrage des GA ließen die Betreiber der Seite bislang jedoch unbeantwortet. Auch die Analyse der Bilddateien führte zu keiner neuen Spur. Ein anonymer Tipp an unsere Zeitung verwies auf das Bonner Künstlerkollektiv Rhizom. Dort gibt man sich allerdings kryptisch und bemängelt, dass es in Bonn an Orten und Freiräumen für alternativ denkende und schaffende Menschen mangele. Die Stadt habe daran kein Interesse. "Mensch könnte denken, die Stadt legt den andersdenkenden Mitbürger_innen den ein oder anderen Stein in den Weg...", heißt es in einer Stellungnahme. Ein klares Bekenntnis sieht sicher anders aus. Ein Dementi allerdings auch.

Abzuwarten bleibt, wann die nächsten Steine in Bonn auftauchen und ob sich die bislang unbekannten Künstler doch noch äußern. Welche Absicht diese mit ihrer Aktion haben, ist bislang jedenfalls unklar. Etwas farbiger Anstrich in der dunklen Jahreszeit schadet aber nicht.