Neueröffnung in Bonn: Neue Räume im Akademischen Kunstmuseum eingeweiht

Neueröffnung in Bonn : Neue Räume im Akademischen Kunstmuseum eingeweiht

Durch einen neuen Keller sind die Seitengalerien des Akademischen Kunstmuseums wieder zugänglich. Am Mittwochabend weihten Universität und Landschaftsverband die neuen Räume ein.

Nur gebückt ging es in das Untergeschoss des Akademischen Kunstmuseums. Die Erde war vor Jahrzehnten auf anderthalb Meter angeschüttet worden, um die Reste der alten Totengruft im damaligen Anatomischen Institut verschwinden zu lassen. Innerhalb von drei Monaten sollte aus dem Kriechkeller ein Depot werden, in dem die kostbaren römischen und griechischen Originale und Abdrücke gelagert werden konnten. Am Ende sind daraus knapp zwei Jahre geworden. Am Mittwochabend weihten Universität und Landschaftsverband Rheinland (LVR) die neuen Räume ein.

„Es ist eine überfällige Erweiterung“, sagt Museumsdirektor Frank Rumscheid. Zwei Seitengalerien hat das Kunstmuseum, und bis vor Kurzem waren beide mit Statuen und Reliefs vollgestellt. Weder Besucher noch Studenten konnten die schmalen Gänge, die von der Haupthalle abgehen, betreten. „All diese Ausstellungsstücke haben jetzt Platz im neuen Depot“, erklärt Rumscheid. Auf rund 110 Quadratmetern biete es genug Stauraum, der auch für künftige Sammlungsgegenstände reiche – aktuell liegt die Zahl bei mehr als 2500. Durch einen neuen Lastenaufzug können auch die schwersten Kunstwerke ebenerdig zwischen den Etagen hin- und hertransportiert werden. Heruntergefahren verschwindet er im Boden der Seitengalerie.

Der Aufwand dafür war groß. Schon 2015 hatte der Förderverein des Museums angeregt, den Keller auszubauen. „Beim ersten Mal blieb uns die Förderung des LVR versagt“, erzählt Vorsitzender Berthold Schneider. Im zweiten Anlauf wurden 100.000 Euro zugesichert, 75 000 Euro kamen von der Universität. Rund 95.000 Euro sammelte der Verein durch Spenden ein.

Die Bauarbeiter wurden vor allem durch die Erdmassen vor Probleme. Mit einem riesigen Sauger wurde tonnenweise Boden nach draußen verfrachtet, ein Minibagger musste ihn zuvor zerkleinern. Dabei machten die Arbeiter auch Entdeckungen, die für eine archäologische Notgrabung sorgten: Alte Gewölbemauern des früheren Instituts tauchten auf. Zwei Wände wurden eingerissen und durch alte Originalziegel sowie moderne Brandschutztechnik ersetzt. Für den Aufzug wich ein längst ausrangierter Heizofen. „Durch die alten Lüftungsschächte staubte sogar im Erdgeschoss alles ein“, erzählt Rumscheid.

Ab dem kommenden Jahr wird das Kunstmuseum aber wieder zur Baustelle. Bis 2023 soll das 1824 erbaute und 1908 erweiterte Gebäude grundsaniert werden. Derzeit steht in der großen Ausstellungshalle ein Gerüst, weil das marode Dach einsturzgefährdet ist. „Die Stützen können erst entfernt werden, wenn ein Überfanggerüst aufgestellt wird“, sagt Rumscheid. Wann das passiere, sei noch unklar.

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