Quartiere für Vögel: Neue Nachbarn für Bundespräsident Steinmeier

Quartiere für Vögel : Neue Nachbarn für Bundespräsident Steinmeier

Umweltschützer bringen Nistkästen im Park der Villa Hammerschmidt an. Auch jetzt, kurz vor den kalten Monaten, sei ein guter Zeitpunkt, um Nistkästen anzubringen, erklärte Wiebke Börner von der Biologischen Station.

Frank-Walter Steinmeier bekommt in Bonn bald neue Nachbarn: Mehr als 25 Nistkästen, Insektenkästen und Fledermausquartiere haben Ehrenamtliche der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft rund um die Villa Hammerschmidt angebracht. Initiiert hatte die Aktion der Naturschützer und Ornithologe Til Macke. Begonnen hatte alles mit einem Besuch im Park der Villa Hammerschmidt. „Bei dieser Gelegenheit war mir aufgefallen, dass es dort gar keine Nistkästen gab“, erzählte Macke. Seine Idee wurde vom Bundespräsidialamt aufgegriffen, und so wurde auch die Finanzierung ermöglicht.

Sicher vor Katzen und Mardern

Jetzt, kurz vor den kalten Monaten, sei ein guter Zeitpunkt, um Nistkästen anzubringen, erklärte Wiebke Börner von der Biologischen Station, „weil die Vögel über den Winter darin schlafen“. Ideal sei eine Lage Richtung Sonne. Außerdem brauchen die Vögel eine gute Anflugssituation, etwa durch einen Baum in der Nähe. Bei Nistkästen für Vögel sei es wichtig, dass die Größe so ausgerichtet sei, dass Katzen oder Marder durch das Loch nicht bis zum Boden des Nistkastens greifen können, so die Experten. Die Größe des Einstiegsloch richtet sich nach den Vogelarten vor Ort, durch einen Durchmesser von 32 Millimeter passen die meisten Arten.

Ganz offene Halbhöhlen, die beispielsweise von Rotkehlchen genutzt werden, sollte man besser an einer Mauer anbringen, damit Raubtiere nicht zur Höhle hochklettern können. Untereinander sind die Vögel aber freundliche Nachbarn, sodass auch mehrere Nistkästen nah beieinander kein Problem sind, erklärt Macke: „Verschiedene Arten sind keine Konkurrenten.“

Bienen- oder Insektenhotels selber herstellen

Im Gegensatz zu Vögeln beziehen Insekten und Bienen erst im Frühjahr ihre neuen Behausungen. Trotzdem lohne es sich auch hier, Plätze anzubieten, so Börner. Diese sollten Richtung Süden ausgerichtet werden und wettergeschützt stehen.

Sogenannte Bienen- oder Insektenhotels können schnell selber hergestellt werden. Dazu einen Baustamm längs durchsägen und in das Kernholz verschieden große Löcher bohren. Kombiniert werden können diese Löcher mit Röhren aus Bambus oder Stroh. Wichtig ist, dass die Röhren hinten geschlossen sind und – wenn sie aus Holz bestehen – nicht splittern; daran können die Insekten sich sonst die Flügel aufschneiden. Und es muss für ausreichende Nahrung gesorgt werden: Bereits im Frühjahr brauchen die ersten Bienen Nahrung durch Frühblüher.

Zu den bundespräsidialen Nachbarn gehören im Park der Villa Hammerschmidt auch Fledermäuse. Ihre Quartiere schwinden, ähnlich wie bei Insekten und Vögeln, so Macke und Börner. Fledermäuse brauchen Höhlen; manchmal nutzen sie Nistkästen, inzwischen gibt es aber auch Bausätze, die Rückzugsorte an Mauern ermöglichen.