Auftrittsreihe „Ludwigs Erben“: Nachwuchsbands aus der Region treten in Bonn auf

Auftrittsreihe „Ludwigs Erben“ : Nachwuchsbands aus der Region treten in Bonn auf

Bei der Auftrittsreihe „Ludwigs Erben“ erhalten junge Musiker aus der Region eine Bühne. Bisher haben sich deutlich mehr Männer als Frauen beworben.

Um Erfahrung zu sammeln, sind Nachwuchsbands immer auf der Suche nach kleinen Bühnen. Doch daran mangelt es in Bonn und der Region. Deshalb haben die Macher des Greenjuice-Festivals vor drei Jahren die Auftrittsreihe „Ludwigs Erben“ gestartet. Mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen, wie Veranstalter Julian Reiniger sagt: „Mal ist es leer, mal so rappelvoll, dass keiner mehr reinpasst.“ Den Musikern ist das meist egal, für sie zählt nur der Auftritt. Für die kommende Saison soll es sogar eine Frauenquote geben.

Als „James Mum“ die Bühne betritt, ist die Kneipe Bla gerade einmal halb voll. Rund 30 Besucher stehen vor dem kleinen Podest, auf dem gerade genug Platz für das Schlagzeug und die vier Musiker um Sängerin Theresa Petsch ist. Seit sie fünf Jahre alt ist, spielt Petsch Klavier, vor fünf Jahren gründete sich die Band. „Es ist extrem wichtig, Erfahrung zu sammeln“, erzählt sie. Deshalb sei man auch gerne aus Düsseldorf angereist. Nicht das erste Mal: „James Mum“ trat auch schon beim Bandcontest Toys2Masters an. „Es ist einfach anders, wenn man irgendwo ohne Publikum probt“, sagt die 18-Jährige. Denn dann bekomme man kein „direktes Feedback“ wie tanzende und mitsingende Menschen. Doch gerade diese Reaktionen brauche man als Musiker, um sich weiterzuentwickeln und an der Bühnenpräsenz zu arbeiten. Diesmal ernten „James Mum“ viel Applaus – ein guter Abend.

Schon einige Bands haben versucht, Ludwigs Erbe anzutreten. „Bisher ist aber keiner zum Star geworden“, erzählt Reininger. „Das darf man auch nicht als Sprungbrett in die Charts verstehen, sondern mehr als Startblock, an dem man üben kann.“ In diesem Jahr traten zwölf Gruppen auf. Viele von ihnen hatten sich auch beim Greenjuice-Festival beworben, wurden aber abgelehnt. „Obwohl sie gut sind, sind sie noch nicht gut genug für etwas Großes.“ Statt ihnen eine harte Absage zu erteilen, lädt sie Reininger dann zu „Ludwigs Erben“ ein.

Was den Veranstaltern dabei aufgefallen ist: Nur wenige Frauen spielen und singen, die Männer sind deutlich in der Überzahl. „Schöner wäre es natürlich, wenn das ausgeglichen wäre“, sagt Reininger. Deshalb überlege man nun, eine Frauenquote einzuführen – also in etwa genauso viele weibliche wie männliche Künstler zuzulassen. Dafür muss es aber erst einmal eine gesicherte Zukunft geben. „Ohne Sponsoren würde die Nachwuchsarbeit nicht funktionieren.“ Durch die Spenden der Deutschen Post DHL, der Sparda Bank West und der Kulturförderung der Stadt Bonn gibt es kleine Gagen, professionelle Technik und etwas zu Essen für die Künstler. Die Termine für die nächste Runde stehen noch nicht genau fest, sollen aber im Frühjahr 2020 liegen.

Anmeldung zu „Ludwigs Erben“ unter info@ludwigs-erben.de

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