Ausstellung in Bonn: Museum Koenig zeigt Naturfotos aus dem Siebengebirge

Ausstellung in Bonn : Museum Koenig zeigt Naturfotos aus dem Siebengebirge

Der Naturfototreff Eschmar zeigt seine Werke bis zum 12. Mai im Museum Koenig. Neben Fachkenntnis haben viele Fotografen auch ein Quäntchen Glück gehabt.

Beeindruckende, mitunter gar magische Bilder hängen im Museum Koenig an den Wänden. Es sind rund 70 Naturaufnahmen von springenden Fröschen und verwunschenen Wäldern, von scheuen Rehen und farbenprächtigen Blüten. Ein Panoptikum der Schönheit, die direkt vor der Haustür zu finden ist, denn die Fotografien sind unter anderem in den Siegauen und der Wahner Heide, im Siebengebirge und am Niederrhein entstanden. Die Sonderausstellung „Naturfaszination Westliches Nordrhein-Westfalen“ ist bis 12. Mai zu sehen.

Mitglieder des Naturfototreffs Eschmar haben die Bilder gemacht. Seit mehreren Jahren stellen sie ihre Werke im Museum Koenig aus, um damit auf die Artenvielfalt aufmerksam zu machen. „Nehmen Sie nur einen Hasen“, sagt Hans-Günter Rudas, „früher war der überall zu finden, heute nur noch selten. Es gibt kaum noch Gehölze, in die er sich zurückziehen kann, die Felder sind alle bestellt und bieten ihm nicht mehr den Freiraum von früher, und überall tollen Hunde herum, die ihn ängstigen. Dabei müssen wir doch auch seine Art respektieren und bewahren.“

Fotos dürfen nur minimalbearbeitet werden

Rudas liebt die Natur, das hat er schon immer getan. Als kleiner Junge, so erzählt er, sei er immer durch die Eschmarer Wiesen bei Troisdorf gekrochen, um Insekten und Pflanzen abzulichten. „Als ich dann mal irgendwann meine erste Ausstellung machen wollte, sagte man mir, dass man an Bildern aus der Ferne kein Interesse hätte. Als ich dann erklärte, wo ich die Aufnahmen gemacht habe, hat mir das zuerst niemand geglaubt.“

2001 gründete er mit Gleichgesinnten den Naturfototreff, zu dem auch Uwe Wuller gehört. „Man muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen“, sagt er. „Irgendwas ist immer zu sehen. Ich bin natürlich sehr oft morgens unterwegs, so um 6 Uhr, um die Ruhe zu haben, warmes Licht und vielleicht mal Bodennebel. Dabei erlebe ich Momente, die so fantastisch sind, dass ich mitunter sogar vergesse zu fotografieren.“

Wenn er dann aber doch auf den Auslöser drückt, braucht es neben der richtigen Fachkenntnis und der Erfahrung auch ein Quäntchen Glück. So wie am Niederrhein, als sich Tausende Wildgänse auf einem Seitenarm niedergelassen hatten und auf einmal aufgeschreckt wurden.

„Als all diese Vögel gleichzeitig in die Luft stiegen, war das ein berauschendes Gefühl“, sagt er. „Ich habe geistesgegenwärtig auf den Auslöser gedrückt und am Ende ein richtig starkes Bild im Kasten.“ Grundsätzlich gilt unter den Mitgliedern des Naturfototreffs die ungeschriebene Regel, dass die Fotos nur minimal bearbeitet werden dürfen. „Kontrast, Schärfe oder Belichtung können noch nachträglich korrigiert werden, aber alles andere ist verpönt“, erklärt Rudas. So müssen sich die Fotografen eben etwas einfallen lassen, wenn sie künstlerische Effekte erzielen wollen. Frauke Fuck arbeitet deshalb unter anderem mit alten, manuell einstellbaren Objektiven mit umgedrehter Linse (Fachbegriff Frontmod). „Dadurch bekomme ich Bilder, die an Aquarelle erinnern. Dabei kommen die im Prinzip so aus der Kamera.“

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