Grundstein für "Urban Soul"-Projekt gelegt: Motel One übernimmt Hotel am Bonner Hauptbahnhof

Grundstein für "Urban Soul"-Projekt gelegt : Motel One übernimmt Hotel am Bonner Hauptbahnhof

Die Hotelkette Motel One will das neue Hotel auf dem Nordfeld betreiben. Das ist bei der Grundsteinlegung für das 100 Millionen teure Projekt "Urban Soul – Dreiklang für Bonn" bekannt geworden.

Eine Neuigkeit erfuhren die zahlreichen Gäste der Grundsteinlegung für das rund 100 Millionen teure Projekt „Urban Soul – Dreiklang für Bonn“ auf dem Bahnhofsvorplatz am Donnerstag: Das Hotel, das der Düsseldorfer Projektentwickler Developer neben dem geplanten Geschäftshaus „Lifestyle House“ vis á vis dem ebenfalls im Bau befindlichen Maximilian Center errichten will, wird die Hotelkette Motel One betreiben.

Der Bahnhofsvorplatz ist neben dem Standort an der Ecke Berliner Freiheit/Sandkaule, das voraussichtlich in wenigen Monaten eröffnen und rund 220 Zimmer haben wird, der zweite Standort in Bonn, an dem die Kette ein Hotel eröffnen will. Das Hotel vor dem Bonner Hauptbahnhof wird fünf Etagen mit 230 Zimmern haben, sagte Philippe Weiland aus der Geschäftsführung von Motel One.

Sichtlich froh über diesen Mieter zeigte sich Stefan Mühling, Geschäftsführer der Developer. In einer kleinen Rückschau erinnerten er und Projektleiter Bastian Julius daran, wie viele Versuche in den vergangenen Jahrzehnten unternommen worden waren, um das Bonner Loch zu schließen und einen attraktiven Bahnhofsvorplatz mit neuen Gebäuden zu gestalten. Vor gut fünf Jahren bewarb sich das Düsseldorfer Unternehmen um das Areal zwischen Post-, Thomas-Mann-Straße, Am Hauptbahnhof und Maximilianstraße und kann jetzt gut fünf Jahre später mit dem Bau starten.

Mühling dankte vor allem Oberbürgermeister Ashok Sridharan und Stadtbaurat Helmut Wiesner für „die konstruktive und zielorientierte Zusammenarbeit“. Den Verkauf des Grundstücks hatte OB Sridharan im Mai 2017 beurkundet. Die Grundsteinlegung bezeichnete Sridharan als einen „außerordentlichen Augenblick“, auch er erinnerte an die vielen Kapitel die in Sachen Bahnhofsvorfeld geschrieben worden waren und bei denen es lange Zeit so aussah, als werde daraus eine unendliche Geschichte.

Begonnen hatte die Diskussion um den Bahnhofsvorplatz, nachdem 1969 die Gründerzeithäuser am Hauptbahnhof für den U-Bahn-Bau abgerissen wurden. Die Pläne reichten von der zehngeschossigen Bebauung über eine Blockbebauung mit Glaskuppeldach („Ungers-Halle“) bis hin zu Alternativplänen der Bahn und des Einzelhandels. Alle fielen wegen ihrer Massivität durch. Beste Chancen hatte noch das Konzept, das die Brune Consult aus Düsseldorf 2002 vorlegte und das eine Einkaufsmall über dem Bonner Loch vorsah. Zwei Jahre später scheiterte es an einem Bürgerbegehren.

Bei der Grundsteinlegung an diesem Donnerstag herrschte nur noch eitel Sonneschein. Im wahrsten Sinne des Wortes, rissen doch die Wolken auf, als der Grundstein und eine Zeitkapsel gefüllt mit Urkunde, Tageszeitungen und Euromünzen in eine kleine gemauerte Vertiefung verschwanden. Besonders erfreulich für die Stadt sei, so betonte der OB , dass die gesamten Baumaßnahmen inklusive des Ten Brinke-Projekts „Maximilan Center“ auf dem Areal der einstigen Südüberbauung bis 2020, wenn Bonn den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens feiern wird, fertig sein sollen. „Ich bin mir sicher, dass 'Urban Soul' die Seele der Stadt aufwerten wird“, sagte Sridharan.