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Morsche Spielgeräte: Stadt Bonn baut Spielplatz an der Thuarstraße ab

Morsche Spielgeräte : Stadt Bonn baut Spielplatz an der Thuarstraße ab

Vor wenigen Monaten war der Spielplatz an der Thuarstraße in der Bonner Nordstadt noch Treffpunkt für die Kinder der Nachbarschaft. Jetzt gibt es dort nur noch eine matschige Wiese, weil die morschen Spielgeräte abgebaut werden mussten. Doch es könnte Besserung eintreten.

Im Sommer standen auf Wiese vor den Wohnhäusern noch ein Schaukelpferd, eine Balancierstange und ein großer Sandkasten. Nach monatelanger Sperrung wurden die Spielgeräte im November abgebaut. Sie waren nicht mehr sicher. Das Holz war morsch, die Standfestigkeit der Geräte nicht mehr gegeben. Jetzt trauern die Kinder ihrem Spielplatz, der nur noch eine Spielweise ist, nach.

 Auf der Spielwiese zwischen den Häuserreihen an der Thuarstraße 2 bis 12 stehen die neunjährige Stella und ihre acht Jahre alter Freund Fabio. „Schade, dass der Spielplatz weg ist, wir haben ihn sehr gemocht“, sagt Stella. „Jetzt versinke ich hier in der Erde“, erzählt das Mädchen und zeigt auf ihre dreckigen Schuhe.

„Ich wohne schon mein ganzes Leben hier in der Straße und der Spielplatz war immer da“, erinnert sich Anwohnerin Heike Gierlich. Das sind immerhin 60 Jahre. In der Zeit habe sich der Spielplatz zwar „stark verändert“, aber er war immer da. „1985 gab es hier noch zwei Sandkästen, eine Rutsche, eine Tischtennisplatte und ein Klettergerüst“, erzählt sie. Nach und nach sei der Spielplatz kleiner geworden, jetzt ist er ganz weg. „Das ist ein Stück Kindheitserinnerung, die weg ist“, sagt Gierlich.

Keine alternative Spielmöglichkeit im Viertel

Nachbarin Patricia Wehmeyer-Lenz pflichtet ihr bei: „Mit dem Spielplatz ist auch ein Stück Thuarstraße verschwunden“, so die Anwohnerin. „Im Juli ist der Spielplatz plötzlich abgesperrt worden. Seitdem durften die Kinder dort nicht mehr spielen, berichtet sie. „Wir dachten, dass der heruntergekommene Spielplatz endlich neu gemacht wird“, so Wehmeyer-Lenz. Denn: „Wir sind hier eine kinderreiche Siedlung, alleine in den beiden Häuserreihen leben rund 50 Kinder“, berichten die beiden Mütter. „Wo sollen die denn alle spielen? Die anderen Spielplätze in der Straße sind entweder überfüllt oder nicht kinderfreundlich.“ Die neue Spielwiese betrachten die Anwohnerinnen jedenfalls als die falsche Lösung. „Wir brauchen hier einen neuen Spielplatz, um den Bedarf zu decken und keine Wiese“, fordern sie.

Auf GA-Anfrage erklärt  Markus Schmitz vom städtischen Presseamt, dass der Spielplatz aufgrund des schlechten Zustands abgebaut worden sei. „Im Zuge der routinemäßigen Spielplatzkontrollen wurden Sicherheitsmängel festgestellt. Er musste abgesperrt werden, weil die Einfassungen morsch waren“, sagt Schmitz. Eine Instandsetzung sei nicht mehr möglich, da der Spielplatz aufgrund eines Entwässerungssystems im Boden für die Pflegefahrzeuge nicht zugänglich sei. „Da eine dauerhafte Pflege nicht möglich ist, wurde die Sandspielfläche in eine Spielwiese umgestaltet“, so Schmitz.

Stillgelegte Spielplätze können reaktiviert werden

Der abgebaute Spielplatz war einer von drei Spielflächen in der Thuarstraße. Sie alle seien, so Schmitz, öffentliche Spielplätze auf privatem Grund einer Wohnungsbaugesellschaft. „Um ausreichende Spielflächen in der Straße zu ermöglichen, wurde jetzt mit der Wohnungsbaugesellschaft überlegt, den Spielplatz auf dem Nachbargrundstück mit weiteren Spielgeräten aufzustocken“, sagt er.

Dieser Fall habe nichts mit der Schließung von Spielplätzen zu tun, die im Rahmen der Spielplatzbedarfsplanung der Stadt Bonn vor einigen Jahren still gelegt wurden, weil sie überwiegend zu klein und unattraktiv waren und für die kein Bedarf mehr feststellbar war. „Einige wenige Flächen wurden veräußert, die meisten stillgelegten Spielplätze werden nach wie vor als Grünfläche vorgehalten und können bei Bedarf als Spielplatz reaktiviert werden.“