Möbel Boss Bonn: Abriss in Tannenbusch hat begonnen

Stadtentwicklung in Bonn : Abriss von Möbel Boss in Tannenbusch hat begonnen

Der Abriss von Möbel Boss in Tannenbusch hat begonnen. Vielen, aber nicht allen Bewohnern, fällt damit ein Stein vom Herzen. Nun entstehen auf dem Gelände neue Häuser.

Mit jedem Brocken, der beim kürzlich begonnenen Abriss des ehemaligen Möbel Boss-Gebäudes neben dem Tannenbusch-Center fällt, scheint auch einem Großteil der Anwohner ein Stein vom Herzen zu fallen. Die seit rund 16 Jahren brachliegende Immobilie zerfiel zunehmend und wurde zum Treffpunkt illegalen Handels. Ein Gitterzaun schützte nur notdürftig vor Vandalismus.

„Planung ist immer ein langwieriger Prozess“, sagte Stadtbaurat Helmut Wiesner anlässlich des Abrissbeginns am Donnerstagnachmittag. Man habe sehr sorgfältig mit einem Wettbewerb die unterschiedlichen Ideen und Optionen zu einer Neubebauung diskutiert und letztlich mit einer Jury entschieden. „Es ist sehr wichtig für Tannenbusch, dass hier nun ein städtebaulicher Unort verschwindet“, so Wiesner. Er sei zudem davon überzeugt, dass mit der Neubebauung „ein Leuchtturm“ entstehe, der auch weitere Verbesserungen nach sich ziehen werde.

Auch der für Tannenbusch zuständige Ratsherr Georg Schäfer (CDU) bestätigte, froh zu sein, „dass es hier nach Jahren des Stillstands endlich weitergeht“. Für Neu-Tannenbusch bedeute das Projekt vor allem auch eine Verbesserung der Sicherheit. „Die Reparatur von Fehlplanungen aus der Vergangenheit ist ein sehr langer und weiter Weg“, weiß auch Peter Kox als sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Von daher dürfe nicht nur der Beton für den Bau eine Rolle spielen, sondern auch die Maßnahmen für die Bewohner müssten mit geplant und beachtet werden. Seine Fraktion sei froh, dass es nun in Tannenbusch mit dem Integrierten Handlungskonzept weitergehe.

Unmut über Juryentscheidung

Auch Nico Janicke vom Beirat Soziale Stadt Tannenbusch erklärte: „Der Abriss des leerstehenden Möbel-Boss-Gebäudes eröffnet die Möglichkeit, eine Anlaufstelle für soziale Belange und für die Polizei zu schaffen.“ Mit Vertretern von Stadt, Politik und den Bauträgern Deutsche Reihenhaus und Absolut Wohnbau fanden auch einige interessierte Tannenbuscher den Weg zur Baustelle. Wolfgang Weyer äußerte seinen Unmut über die Juryentscheidung, die es verfehlt habe, den Vorplatz des Tannenbusch-Centers großzügiger zu gestalten. „Dass die Sparkasse ihre Maximalforderungen durchgesetzt hat“, so Weyer, sei ein weiterer Beweis dafür, dass die Stadtplanung von Investoreninteressen gelenkt würde. Der sogenannte Sparkassenriegel enge nicht nur den Platz ein, sondern sei auch gegen die Windrichtung gesetzt, die zur Belüftung der Bonner Innenstadt notwendig sei.

Den Einwänden widersprach Heinrich Falkenberg, Architekt und Geschäftsführer der Absolut Wohnbau, die das Gebäude für das Geldinstitut erstellt. Darin sollen auch eine Anlaufstelle der Polizei sowie das Quartiersmanagement untergebracht werden. Zudem wird der Zugang zur Stadtbahn um etwa fünf Meter verbreitert werden.

Bis Mitte 2022 wird die Deutsche Reihenhaus auf dem frei werdenden Areal 90 Wohnungen erstellen – wovon 32 öffentlich gefördert sind – und 14 Einfamilienhäuser bauen.