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Münsterplatz Bonn: Mit Lotte in den Stall und über die Felder

Münsterplatz Bonn : Mit Lotte in den Stall und über die Felder

Beim Erlebnisbauernhof auf dem Münsterplatz dreht sich alles um moderne Technik und gesunde Lebensmittel. Landwirte geben einen Einblick in Tierhaltung, Pflanzenproduktion, Nachhaltigkeit und Ernährung.

Lotte ist wirklich „cool“: Mit einer schicken Sonnenbrille auf der Nase stolziert die Plüschkuh über den Münsterplatz, tanzt zur Musik und wippt mit dem Euter im Takt. Immer umringt von einer Horde Kinder. In einem provisorischen Stall quieken zufrieden die Ferkel, bei den Obst- und Gemüsebauern aus der Region gibt es jede Menge zu probieren. Landluft macht sich in der City breit: Gemeinsam mit 28 Erzeugern präsentieren der Rheinische Landwirtschaftsverband und das Forum moderne Landwirtschaft den „Erlebnisbauernhof“. „Wenn die Städter nicht aufs Land kommen, dann müssen wir Bauern eben in die City reisen“, stellte Verbandspräsident Bernhard Conzen die Aktion vor.

„Regional erzeugte Lebensmittel sind frisch, gesund, lecker und im besten Sinne nachhaltig. Wir freuen uns, Landwirtschaft von heute mitten im Herzen Bonns zu präsentieren und dabei zu zeigen, wie im Einklang mit den Naturkreisläufen sichere und gesunde Nahrungsmittel erzeugt werden“, betonte er.

Rund 30.000 Besucher werden bis Samstag erwartet, darunter etwa 450 Kinder aus Tagesstätten und Schulen. Leonhard ist besonders mutig. „Ich probiere“, meldet sich der Siebenjährige und lässt sich von Herbert Werres aus Niederkassel ein Stück Zuckerrübe abschneiden. „Das ist wirklich lecker“, animiert Leonhard seine Klassenkameraden. Gleich nebenan testen die Grundschüler ihr Wissen bei einem Ernährungs-Quiz. „Wenn man zehn Gummibärchen gegessen hat muss man 23 Minuten gehen um die Kalorien abzubauen“, wissen die Zweitklässler ganz genau. Besonders viel Mühe haben sich die Veranstalter gemacht, um gerade die Kinder für Anbau, Tierzucht und Lebensmittelproduktion zu begeistern. Denn sie dürfen nicht nur jede Menge naschen, sondern auch beim Butterschütteln oder Getreidemahlen selbst Hand anlegen. „Aber am liebsten schaue ich den Schweinen zu“, gesteht die fünfjährige Hannah.

Wie lecker heimisches Gemüse ist, das demonstriert Markus Haxter in seiner Showküche. „Nur wenn man Gutes in den Topf gibt, kommt auch etwas Gutes heraus“, erklärt der „Koch aus Leidenschaft“. An diesem Tag stehen Linsen und Bohnen auf der Speisekarte – als Gulasch, Curry oder Ragout. „Mag ich nicht“, wehrt Alycia die Kostprobe ab und rümpft die Nase. Doch nach gutem Zureden probiert sie doch. „Hm, nicht schlecht“, lobt sie den Koch.

Nicht zufrieden sind die Landwirte allerdings mit den Erträgen in diesem Jahr. „Der Boden ist wie Beton. Wir wissen nicht, wie wir die Zuckerrüben herauskriegen sollen“, erklärt Herbert Werres. „Sie sind zwar sehr süß, doch wir können sie nur schwer ernten.“ Das Wetter hat auch beim Obst für Einbußen gesorgt. „Erst war es zu nass, dann war es zu heiß“, beschreibt Peter Muuß vom Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer die Situation. „Die Beerenfrüchte sind am Strauch verfault, die Äpfel bekamen hingegen einen Sonnenbrand.“ Deshalb fällt die Ernte deutlich geringer aus als 2015. „Das war bei den Äpfeln allerdings auch ein Superjahr“, gesteht er.

Der „Erlebnisbauernhof“ ist bis diesen Samstag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Dabei kann man auch Gartenerde kostenlos auf ihren pH-Wert und ihren Stickstoffgehalt testen lassen. Mitzubringen sind etwa 100 bis 200 Gramm Erde, geprüft wird freitags und samstags jeweils von 14 bis 16 Uhr.