Weltklimakonferenz in Bonn: Ministerium fürchtet keinen Hotel-Engpass

Weltklimakonferenz in Bonn : Ministerium fürchtet keinen Hotel-Engpass

Die Vorbereitungen für die Weltklimakonferenz vom 6. bis 17. November in Bonn sind mit Hochdruck angelaufen. „Wir erwarten bis zu 20 000 Gäste“, beziffert Stadtsprecherin Monika Hörig die aktuell veranschlagte Besucherzahl.

Über die stadtinterne Arbeitsgruppe hinaus sei die Verwaltung in der Planung mit dem Bund und den Vereinten Nationen in stetiger Verbindung.„Die Unterbringungsmöglichkeiten für die Konferenzteilnehmer in Bonn und Umgebung werden ausreichen“, sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums auf Anfrage. Die Anreise der Gäste geschehe in Eigenregie der Delegationen. Ein Verkehrs- und insbesondere Nahverkehrskonzept werde vom Land NRW und der Stadt Bonn erarbeitet. Detaillierte Angaben wiederum sind von den lokalen Stellen zu erhalten.

Entwarnung in Sachen Unterbringung der Klimakonferenzteilnehmer gibt etwa Udo Schäfer, Geschäftsführer der Tourismus & Congress GmbH (T&C). Bonn allein verfüge zwar nur über rund 9000 Betten, „bei Terminen dieser Größenordnung sind aber Anreisezeiten zum Veranstaltungsort von 30 bis 45 Minuten eine normale Begebenheit“. Bei Einbindung der Kreise Rhein-Sieg (9550 Betten) und Ahrweiler (8700 Betten) stünde im November also eine Kapazität von rund 27 000 Betten zur Verfügung. Erweitere man den Radius um die Städte Köln (33 000 Betten) und Koblenz (3000 Betten), verfüge man schon über insgesamt 64 000 Betten. Entsprechende Anfragen liefen von T&C-Seite schon an die Städte und Gemeinden in der Nachbarschaft.

Jetzt zu Jahresbeginn bestehe natürlich wegen des sehr kurzen Vorlaufs bereits „eine gewisse Auslastung“ bei den Bonner Hotels, gibt Schäfer zu. Zumal, wie der GA von Maritim-Direktor Henrik Große-Perdekamp erfuhr, im Bonner Maritim schon seit Längerem die parallel zur Klimakonferenz vom 9. bis 15. November tagende Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angemeldet ist. Das Maritim werde von der Klimakonferenz deshalb nur die japanische Delegation beherbergen können, so Große-Perdekamp. T&C hat deshalb auch schon die Fühler zu Hotelschiffsanbietern ausgestreckt. Die Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt (KD) kann darunter nicht sein. Laut deren Sprecherin Nicole Becker, fahren in deren Flotte ausschließlich Schiffe ohne Gästekabinen.

Und wie stehen die Vorbereitungen am Austragungsort, dem Bonn Conference Center? „Gut“, erklärt Geschäftsführer Michael Kleine-Hartlage. „Aber das Anforderungsprofil ist noch nicht ganz klar. Wir wissen also noch nicht, wie viele Gäste genau an welchen Tagen bei uns tagen werden.“ Danach richte sich dann, welche weiteren Teile des gesamten Geländes man etwa mit temporären Bauten bestücken und welche weiteren Flächen in Ministerien oder Hotels dazu nutzen werde. Auch die Sicherheitsfragen seien parallel dazu zu klären. „Das alles wird sich in den kommenden Wochen konkretisieren.“ Vor einer Herausforderung stehen auch die Stadtwerke Bonn (SWB). „Auch wir warten noch auf die konkreten Gästezahlen und gehen dann mit vollem Elan an die Aufgabe heran, die Tage positiv zu gestalten und vernünftige und gute Lösungen zu garantieren“, erklärt SWB-Sprecher Michael Henseler. Dabei werde es nicht an jedem Tag gleiche Konzepte geben. „Beim Weltjugendtag 2005 in Köln, als sich mehr als 110 000 Gäste in Bonn aufhielten, haben wir die Aufgabe ja auch gut gelöst“, ist er zuversichtlich.

Am Donnerstag und Freitag, 16. und 17. Februar, können sich alle Beteiligten schon mal beim G-20-Außenministertreffen am selben Ort auf den Klimagipfel im November warmlaufen.

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