Weitere Behörden möglich: Ministerienstandort in Duisdorf soll ausgebaut werden

Weitere Behörden möglich : Ministerienstandort in Duisdorf soll ausgebaut werden

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung beabsichtigt, den Ministerienstandort Rochusstraße in Duisdorf weiter auszubauen. Demnach könnten dort auch weitere Ministerien angesiedelt werden.

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) wollen den Ministerienstandort Rochusstraße in Duisdorf ausbauen. Am Standort in Duisdorf sind unter anderem die Bonner Bundesdienststellen des Gesundheitsministeriums, des Arbeitsministeriums und des Landwirtschaftsministeriums untergebracht.

"Aufgrund eines aktuellen Neubaubedarfs für Einrichtungen des Bundes beabsichtigen das BBR gemeinsam mit der BImA neben anderen Standorten auch den Ministerienstandort Rochusstraße weiter auszubauen", sagte CDU-Ratsherr Bert Moll. Demnach könnten dort, weil die Rahmenplanung aus 2003 fortgeschrieben wird, auch weitere Behörden angesiedelt werden. "Damit können am Behördenstandort in Duisdorf nicht nur Arbeitsplätze in den dort angesiedelten Bundesministerien erhalten, sondern gegebenenfalls ausgebaut und auch für andere Behörden geschaffen werden."

Die BImA bestätigt die Pläne, wird allerdings nicht konkret. "Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung beauftragt, eine Machbarkeitsstudie für die Liegenschaft Rochusstraße 1 in Bonn zu erstellen. Ziel ist es, alle denkbaren Optionen zur Weiterentwicklung des Standortes perspektivisch unter städtebaulichen, immobilienökonomischen und baufachlichen Gesichtspunkten zu prüfen", sagte BImA-Sprecher Thorsten Grützner. Dazu würden auch "mögliche Nachverdichtungspotenziale" gehören. Grützner machte allerdings darauf aufmerksam, dass bislang noch "keine konkreten Planungen" vorliegen würden, da eine Machbarkeitsstudie noch erstellt werde. Laut Moll unterliegen die Pläne einem gewissen Zeitdruck, da ein Teil des vom Landwirtschaftsministerium genutzten Gebäudebestandes saniert werden müsse und daher kurzfristiger Bedarf zur Erstellung eines Ausweichgebäudes bestehe.

Laut Grützner befinde sich das Landwirtschaftsministerium in dem Gebäudeensemble der "Häuser 10-13". "Diese stammen aus den 1970er Jahren und müssen deshalb saniert werden. Die perspektivische Nutzung des Gebäudeensembles wird ebenfalls im Rahmen der bereits erwähnten Machbarkeitsstudie untersucht."

Daher könnten derzeit noch keine Angaben zu Sanierungskosten getätigt werden. "Die Entscheidung über eine mögliche Interims- beziehungsweise Alternativunterbringung ist ebenfalls noch nicht erfolgt."

Die Stadt Bonn wird - auf das Projekt angesprochen - schon etwas deutlicher. "Das BBR hat drei Planungsbüros mit dem Erstellen von Entwürfen für einen Rahmenplan beauftragt. Die Bearbeitungsphase läuft derzeit", erklärte Isabel Klotz vom städtischen Presseamt. Die Stadt werde an der Entscheidung, welcher der drei Entwürfe zur Weiterbearbeitung ausgewählt wird, "im Rahmen der fachlichen Vorprüfung und im Auswahlgremium beteiligt", sagte sie weiter. Die Prüf- und Auswahlphase soll noch vor Jahresende abgeschlossen sein.

Die Stadt freue sich über die Pläne des BBR, denn sie begrüße "jeglichen Ausbau von Einrichtungen des Bundes in Bonn". Dadurch werde "die besondere Funktion Bonns im Standortgefüge der Bundesrepublik" gestärkt, so Klotz. Aus Sicht der Stadtverwaltung weise der Standort Rochusstraße für eine bauliche Erweiterung hervorragende Potenziale auf. "Die vom BBR beauftragte Rahmenplanung für den Standort soll deren städtebaulich geordnete Nutzung sicherstellen", sagte Klotz weiter.

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