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Messerattacken in Bonn-Beuel: 22-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht

Attacken auf wildfremde Opfer : 22-Jähriger bestreitet Messerattacken in Beuel

Vor dem Bonner Schwurgericht muss sich demnächst ein 22-Jähriger wegen versuchten Mordes verantworten. Er soll im August versucht haben, zwei ihm wildfremde Menschen von hinten mit einem Messer die Kehle aufzuschlitzen.

Die Nachricht von den beiden Attacken hielt im vergangenen Sommer das rechtsrheinische Bonn in Atem: Binnen weniger Tage waren zwei Männer in Beuel zum Opfer von Messerangriffen geworden, die Polizei fahndete mit Hochdruck nach dem Täter.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 22-jährigen Tatverdächtigen erhoben. Dem Mann wird versuchter heimtückischer Mord sowie schwere Körperverletzung in zwei Fällen vorgeworfen. Er ist wegen verschiedener Delikte – von Sachbeschädigung bis Nötigung – vorbestraft. Erst gut einen Monat vor den ihm nun vorgeworfenen Taten hatte der Mann eine zweijährige Jugendstrafe wegen Diebstahls zu Ende verbüßt.

Der erste Angriff geschah am Abend des 3. August. Im Außenbereich eines Burgerrestaurants in der Friedrich-Breuer-Straße wartete ein 30-jähriger Kunde auf seine Bestellung. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite fiel ihm ein unbekannter Mann auf, weil dieser immer wieder in seine Richtung blickte. Gegenüber der Polizei sagte er später aus, dass er zunächst vermutet habe, der Mann warte auf seinen Bus.

Stattdessen soll sich der Unbekannte dann aber dem Restaurantgast in einem unbeobachteten Moment von hinten genähert haben, nimmt die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage an. Dabei soll er ein Cuttermesser mit ausgefahrener Klinge in der linken Hand gehalten haben, mit der er ohne erkennbaren Anlass versucht haben soll, dem arglosen Wartenden die Kehle durchzuschneiden. Weil er die Annäherung aber wohl doch aus den Augenwinkeln bemerkt hatte, drehte sich der 30-Jährige kurz vor der Attacke um. Dieser Tatsache ist es möglicherweise zu verdanken, dass das Opfer nur einen tiefen Schnitt von der Unterseite des rechten Kinns quer über die linke Wange bis in die Nähe des linken Ohrs davontrug. Der Täter soll sofort in Richtung Limpericher Straße geflüchtet sein, das Opfer verfolgte ihn wohl noch vergeblich ein kurzes Wegstück. Nachdem der Mann zu dem Restaurant zurückgekehrt war, wurde er – nicht ohne zuvor noch seine Rechnung zu begleichen – mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Angeklagter soll 27-Jährigen am Rheinufer angegriffen haben

Der zweite Fall lief wohl im Prinzip ähnlich ab: Am Abend des 12. August saß ein junges Paar in der Nähe der Personenfähre „Rheinnixe“ auf einer Bank am Ufer des Flusses. Auch ihnen fiel ein Unbekannter auf, der mehrfach an ihnen vorbeilief. Gegen 22 Uhr soll dieser sich dann erneut genähert und den 27-jährigen Mann unvermittelt von hinten mit einem scharfen Gegenstand angegriffen haben. Auch hier ahnte der Angegriffene wohl die Absicht des Unbekannten, stand auf und drehte sich in dessen Richtung. So erlitt er keinen tiefen Stich, sondern eine zirka 13 Zentimeter lange Wunde am Hals sowie eine fünf Zentimeter lange und einen Zentimeter tiefe Schnittwunde an der rechten Schulter.

Auch in diesem Fall soll das Opfer kurz die Verfolgung des in Richtung Ringstraße flüchtenden Täters aufgenommen haben, bevor sich der Verletzte in eine naheliegende Krankenhausambulanz begab. Es folgten intensive Ermittlungen der Polizei, federführend war das Kriminalkommissariat 11, das unter anderem für Tötungsdelikte zuständig ist.

Dank übereinstimmender Täterbeschreibungen konnte der nun Angeklagte schließlich in den Nachmittagsstunden des 14. August in der Nähe der Beueler Steinerstraße verhaftet werden. Er bestreitet, die Taten begangen zu haben. Mit Prozessbeginn wird erst im kommenden Monat gerechnet.