Melbbad Bonn: Freibad wegen technischer Probleme geschlossen

Melbbad in Bonn weiterhin geschlossen : Technische Probleme im Melbbad dauern an

Das Melbbad in Poppelsdorf bleibt wegen technischer Probleme weiterhin geschlossen. Nach einer Notreparatur hatte das Freibad am Montag schließen müssen. Der Schaden soll so schnell wie möglich behoben werden.

Wenn es an den bislang heißesten Tagen des Jahres vor der Schwimmbadkasse lange Gesichter gibt, dann muss es wohl irgendein gravierendes Problem geben. Und in der Tat: Im Melbbad ist es seit Wochenbeginn die Stromversorgung an der Wasseraufbereitungsanlage, die ausgerechnet jetzt nicht mehr recht mitspielen will.

Am Montag hatten Arbeiter bei ihren Reparaturversuchen zunächst Erfolg gehabt, und das Bad konnte verspätet in Betrieb gehen. Am Nachmittag aber versagte die Anlage erneut. Seitdem ist das Freibad am Venusberghang geschlossen, und dabei wird es auch an diesem Mittwoch zumindest morgens zunächst bleiben. Konkretere Prognosen wagt die Stadt nicht: „Die Stadt Bonn arbeitet gemeinsam mit einer Fachfirma daran, den Schaden so schnell wie möglich zu reparieren“, so Kristina Buchmiller vom Presseamt.

Badespaß fällt für Besucher ins Wasser

Enttäuschung prägt denn auch die Atmosphäre unter all jenen, die von der kurzfristigen Schließung nichts mitbekommen haben. Malte trägt stolz seinen Schwimmring in Form eines Düsenjets vorweg. Mutter Christina hat Decken, Getränke und Gebäck im Korb. „Wir hatten uns so auf diesen Tag gefreut und jetzt das“, reagiert die 34-Jährige am Dienstagvormittag enttäuscht. Mit zwei Freundinnen und insgesamt drei Kindern zwischen drei und fünf Jahren wollte sie der Hitze auf dem eigenen Balkon entfliehen und im Melbbad mit ihrem Sohn im Planschbecken baden.

Jetzt herrscht erst einmal Katerstimmung. Doch die Mütter lassen sich nicht entmutigen. Sofort wird das Handy gezückt, um zu sehen, welches Bonner Freibad sie am besten erreichen können. „Das Römerbad“, sind sich die drei Frauen einig. „Dank der Busanbindung sind wir schnell dort.“ Offenbar fällt für sie der Badespaß nicht ins Wasser. Für Hartmut Bauer endet das geplante Schwimmvergnügen ebenfalls an der Gitterabsperrung. „Eigentlich hätte ich mir denken können, dass etwas nicht in Ordnung ist. So viele freie Parkplätze an einem heißen Sommertag gibt es niemals bei regulärem Badebetrieb“, sagt er. „Ich denke, dass das Schwimmen für mich heute ausfallen wird“, sagt Bauer.

Unterdessen zeigen die Mitarbeiter, die im Melbbad versuchen, den Schaden an der Technik zu beheben, Verständnis für die Enttäuschung der Badegäste. „Wir wissen noch nicht, wann wieder geöffnet wird. Wir wollen keine falsche Hoffnung wecken und geben daher keine Prognosen ab.“ So viel lässt sich ein Handwerker dann doch entlocken: Das defekte Steuerungsteil sei mittlerweile eingebaut worden und das System arbeite wieder. Jetzt müsse die Anlage komplett hochgefahren und der Chlorgehalt überprüft werden. „Erst dann werden wir wieder öffnen“, erklärt er. Ein Anwohner aus direkter Nachbarschaft benötigt derweil sowieso keine näheren Informationen. „Von meinem Balkon aus höre ich, wenn die Pumpen laufen. Dann wissen wir, dass wir wieder schwimmen gehen können“, lacht der Senior. „Wir kommen jeden Morgen. Schöner kann man einen Sommertag nicht beginnen.“ Die Stadtverwaltung verweist bis auf weiteres auf die Ausweichmöglichkeiten in den anderen städtischen Bädern hin.

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