Kanzelrede: Jochen Homann: Mehr Transparenz bei der Energiewende

Kanzelrede: Jochen Homann : Mehr Transparenz bei der Energiewende

Lässt sich das Netzwerk, das der Evangelist Markus vor fast 2000 Jahren beschrieben hat, mit den Netzwerken der heutigen Gesellschaft vergleichen? Diese Frage hatte sich Jochen Homann zum Anlass genommen, um über die Energiewende zu sprechen.

Der Präsident der Bundesnetzagentur nutzte die Einladung zur Kanzelrede in der evangelischen Kreuzkirche am Sonntagabend, um vor 40 Zuhörern eine Verbindung zu ziehen zwischen der biblischen Vorgabe und den Problemen, ein deutschlandweit tragbares Netz der Stromversorgung zu bauen.

"Denn es ist nichts verborgen, das es nicht offenbar werde, und ist nichts Heimliches, das nicht hervorkomme." Diese Stelle des Markus-Evangeliums (4,22) diente Homann als Ausgangspunkt. "Die Debatten um die Energiewende in Deutschland haben oft auch den Charakter einer Glaubensdebatte.

Daher bietet sich dieser Vergleich an." Allerdings sei die Energiewende keine Glaubensfrage, sondern beschlossene Sache, die schrittweise voranschreite. Die Bundesnetzagentur überwache dies. Genau wie im ausgewählten Bibelgleichnis lässt sich laut Homann auch die Energiewende nicht verbergen. "Vom Gemeinschaftswerk im christlichen Sinne kann aktuell aber keine Rede sein, wenn es darum geht, die Infrastruktur des Energieversorgungsnetzes in ganz Deutschland auszubauen", griff Homann den biblischen Kontext auf.

Homann forderte, dass - beim Amtsdeutsch angefangen - größere Transparenz für die Bürger herrschen müsse, damit Informationen sicher und umfassend weitergegeben werden können. Damit diese aber auch ankämen, gehörten aufgeschlossene Bürger ebenso dazu. Die Kanzelrede nutzte der Präsident auch, um aufzurufen zu mehr Interesse und Verständnis für den teils langsam voranschreitenden Ausbau der großen Netze, auch das des schnellen Internets.

Zwar passe das Bibelzitat gut zur aktuellen Situation, doch lieber hätte Homann sich aus dem Buch Genesis bedient: "Und Gott sprach, es werde Licht... Doch so leicht ist es mit der Energiewende nicht."