Universität Bonn: Mehr als nur tote Steine

Universität Bonn : Mehr als nur tote Steine

Es ist eine rätselhafte, ja, exotische Welt. Jedenfalls für Laien. Eine neue Ausstellung im Mineralogischen Museum führt mit hinreißenden Exponaten in die Welt der Geologen ein.

Ein tosender Wasserfall, eine Gruppe von jungen Leuten barfuß am Strand von Peru und gleich danach dick verpackt im Gebirge. Unter dem Motto „Geologie Hautnah“ zeigt das Mineralogische Museum der Universität Bonn im Poppelsdorfer Schloss zurzeit eine neue Sonderausstellung. Neben Fotos von Exkursionen können Besucher auch die Fundstücke bestaunen: manche groß und auf den ersten Blick unspektakulär, andere klein und dafür in leuchtenden Farben funkelnd.

„Uns fiel auf, in wie viele Ecken der Welt es unsere Studierenden zieht“, berichtet Anne Zacke, die Kuratorin der Ausstellung. „Viele wissen überhaupt nicht, wie Geologen arbeiten, und das kann man hier sehen.“ Neben den Vitrinen, in denen die Herkunft sämtlicher Steine und Mineralien beleuchtet wird, liegen in der sogenannten Schauvitrine alle Werkzeuge eines Geologen: Karte, Zollstock, Stifte, Plastiktütchen, Taschenmesser und natürlich der Geologenhammer, der wie eine Kombination aus Hammer und Pickel aussieht.

Studierende gehen ins Gelände

„Wir wollen auf das Geologiestudium aufmerksam machen“, sagt Zacke. „Studierende verbringen viel Zeit in der Natur, auf Exkursionen: Sie gehen ins Gelände, wie wir sagen.“

Die Fotos und Fundstücke, die nun zu sehen sind, kommen aus ganz unterschiedlichen Regionen. „Jede Region auf der Welt ist geologisch besonders“, so Zacke. „Einige der Schmuckstücke habe ich selbst gefunden – im Oman. Die haben mit Sicherheit die weiteste Reise hinter sich.“

Nicht alle Exkursionen führen die Studierenden direkt auf andere Kontinente – auch aus Island und vom Ätna in Italien gibt es auf einem Bildschirm an der Wand Fotos zu sehen. Manchmal machen sich die angehenden Geologen aber auch direkt vor der Haustür auf die Suche: im Siebengebirge oder in der Eifel beispielsweise. „Nicht alles, was auf den ersten Blick unspektakulär aussieht, ist es auch“, sagt Zacke. „Im Gelände untersuchen die Studierenden dann, um welches Gestein es sich handelt und wie alt es ist.“

Spannend für Laien und Studenten

An der Ausstellung haben sich Studierende, aber auch Ehemalige sowie Privatleute beteiligt. Bis alle Stücke und Leihgaben im Mineralogischen Museum eingetroffen und die Vitrinen bestückt waren, sei mehr als ein Jahr vergangen, erzählt Zacke.

„Die Ausstellung bietet für Studieninteressierte einen guten Einblick, was auf sie zukommt“, empfiehlt Zacke. „Aber auch für Laien ist es spannend, zu sehen, wie Geologen arbeiten und was sie aus den Steinen herauslesen können.“

Die Sonderausstellung „Geologie Hautnah“ des Mineralogischen Museums ist bis 30. November iim Poppelsdorfer Schloss zu sehen. Öffnungszeiten: mittwochs und freitags jeweils von 15 bis 18 Uhr, sonntags 10 bis 17 Uhr.