Angebot vom Haus der Bonner Altenhilfe: Markt der Möglichkeiten auf dem Bonner Münsterplatz

Angebot vom Haus der Bonner Altenhilfe : Markt der Möglichkeiten auf dem Bonner Münsterplatz

35 vom Haus der Bonner Altenhilfe zusammengebrachte Anbieter zeigten am Freitag auf dem Münsterplatz auf dem Markt der Möglichkeiten, wie man auch im Alter aktiv bleiben kann.

Erwartungsvoll warteten Helga und Matthias Clasen am Stand des Hauses Bonner Altenhilfe. Hier auf dem Markt der Möglichkeiten wollten sie direkt beim Veranstalter ihre Sorgen loswerden. „Wie können wir sicher sein, dass wir gut versorgt sind, wenn wir Pflege brauchen?“ Einen Platz im betreuten Wohnen würden sie zusammen finanzieren können. „Aber wie würde das klappen, wenn Einer von uns übrigbleibt?“ sprachen die Clasens Britta Becker, die Leiterin des Hauses Bonner Altenhilfe, an.

Genau für diese erste Kontaktaufnahme und für die Vernetzung sei die Veranstaltung auf dem Münsterplatz konzipiert, kommentierte Gitte Sturm, die im Sozialamt für den Bereich Altenhilfe zuständig ist. „35 Anbieter der Altenhilfe stellen sich heute allen Anliegen und Fragen. Wir wissen, dass sich viele Bonner frühzeitig zum Thema informieren wollen.“

Man habe den Termin bewusst unter das Motto „Auch im Alter aktiv bleiben“ gestellt, so Sturm. „70-Jährige von heute wollen nicht gerne alt genannt werden.“ Das Lebensgefühl sei heute sicher so, dass auch Senioren noch kräftig mitmischen wollten. Eben hatte Bürgermeister Reinhard Limbach den Informationstag bei herrlichem Sommerwetter eröffnet.

Er stehe ganz im Zeichen des 50-Jährigen der Stiftung Bonner Altenhilfe, gab Limbach den Stab an deren stellvertretenden Vorsitzenden Alfred Giersberg weiter. „Die Stiftung unterstützt in den Stadtteilen im Bereich Altenhilfe gerne weitere innovative Projekte“, forderte Giersberg dazu auf, sich mit frischen Ideen zu melden. Altenhilfe sei für die Bonner enorm wichtig, betonte er. „Im Kern ist es doch so, dass jeder im Alter Sicherheit wünscht. Und hier kann man die Angebote dazu aufsaugen wie Nektar.“

Viele Menschen kommen zu spät ins Altenheim

Was zahlreiche Besucher nutzten. Ali Bagie informierte sich am Stand der Malteser über Pflegeleistungen. Martina Nossek suchte Gesprächspartner zum Mehrgenerationenwohnen. Am Stand des Sportbunds sprach Martina Weiß-Bischof über Spezialangebote für Menschen im Rollator. „Heute muss der Sport zu den Senioren in die Begegnungsstätten und Altenheime kommen“, sagte sie. Ältere Menschen seien immer weniger in Sportvereinen organisiert. Aktive Senioren wüssten aber meist ziemlich genau, was sie in ihrem Lebensabschnitt noch selbstbestimmt tun wollten, ergänzte Edith Koischwitz von der Begegnungsstätte Offene Tür Dürenstraße. Sie nutzen deshalb auch sehr ausgiebig die Beratungsangebote der Altenhilfe in den Stadtteilen.

Dabei herrschten in den Beratungsgesprächen finanzielle Sorgen heute vor, erläuterte Matthias Walbröhl, Deutsches Rotes Kreuz. Viele befürchteten, dass auch fürs Altenheim die Rente nicht reiche, aber Sozialhilfe wollten die wenigsten beantragen, so Walbröhl, der das Heim Haus Steinbach leitet. Ins Altenheim kämen Senioren dazu leider meist erst, wenn sie schon sehr hinfällig seien und sich dann nur noch schwer in eine neue Umgebung gewöhnen könnten, berichtete Alexandra Dinspel vom Seniorenheim Haus auf dem Heiderhof.

Aber genau hier setze man mit der Vernetzung der Bewohner auch mit jüngeren Nachbarn an, berichtete Eleonore Rönn-Hövedesbrunken, Leiterin des Perthes-Heims. Das geschehe etwa im neuen, von der Stiftung Altenhilfe geförderten Rikscha-Projekt, innerhalb dessen jüngere Ehrenamtliche Senioren durch die Stadt kutschierten. Am Stand des Perthes-Heims konnte das Projekt dann gleich einen neuen „Rikscha-Kapitän“ verpflichten: Gunter Rzepka, Sachgebietsleiter der Altenhilfe, versprach, nach seiner Pensionierung Ende Mai ehrenamtlich in Bonn in die Pedale zu treten.

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