Bönnsche Köpp: Marita Köllner singt sich in die Herzen der Bonner

Bönnsche Köpp : Marita Köllner singt sich in die Herzen der Bonner

So laut und ausgelassen wie am Montag bei der ersten Ausgabe von „Bönnsche Köpp – janz privat“ in diesem Jahr ging es selten zu. Das lag an Marita Köllner: Als sie ihren Hit „Denn mir sin Kölsche Mädcher“ anstimmte, hielt es kaum noch jemanden auf dem Stuhl. Da war es gut, dass Moderator Willi Baukhage sie als letzten Gast aufrief.

Der Präsident der Großen Dransdorfer Karnevalsgesellschaft hatte außerdem GA-Ressortleiter Jörg Manhold und Musiker Patrik Reichwein ins Vereinshaus eingeladen. Manhold verfasst regelmäßig Kolumnen rund um rheinische Redensarten und hat diese auch in einem Buch herausgegeben, dessen Fortsetzung im Herbst erscheinen wird. Die Besucher erfuhren, dass Manhold ursprünglich Musikwissenschaften studiert hat, sich dann aber für den Journalismus entschieden hat. Als sein GA-Kollege Holger Willcke 2008 Bonner Prinz wurde, dichtete er dazu das Mottolied. Jeck müsste er sein: Er wurde am 11. November geboren. „Ich liebe Karneval und würde da viel machen.“ Allerdings habe er als Journalist kaum Zeit, neben der Berichterstattung darüber noch aktiv mitzuwirken. Man erfuhr außerdem von seiner Leidenschaft für das Quetschebüggel, über das er auch im Akkordeon-Magazin immer wieder Artikel verfasst. Zum Abschluss spielte er auf seinem roten Akkordeon einige eigene Krätzje.

Reichwein wurde in Braunschweig geboren. Wie sein Vater Musiker und gebürtiger Siegburger, gelangte er über die Bayer-Symphoniker an einen Job beim Leverkusener Konzern und machte nebenbei Musik. Bei einer Karnevalsfete in der Schule seiner Kinder kam mit anderen Vätern die Idee zu einer Band auf, die sich „Luur ens do“ nannte. Von wegen Brings: „Wir waren die ersten, die mit Schottenröcken auftraten“, erzählte er. Später nannten sie sich erst in „Die Joker“ um, später in „Joker Colonia“. Nachdem innerhalb kurzer Zeit zwei ihrer Keyboarder verstarben, ist seit neuestem Liane Schmiedt am Akkordeon dabei. Zusammen mit Sänger Marcel Feger bewiesen sie, dass das eine sehr gute Kombination ist.

„In Kölle ist sie Kult, aber geliebt wird sie in Bonn“, begrüßte Baukhage schließlich „Et fussich Julche“, Marita Köllner. Sie sprach über ihre schlimme Kindheit bei ihrem gewalttätigen Stiefvater, vor dem sie sich als Kind zur Polizei flüchtete. Über den Pfarrkarneval kam sie zum Fastelovend: Ihr Pfarrer nahm sie mit zur Nachwuchsförderveranstaltung Kajuja, wo sie im gleichen Jahr wie die Höhner eine Ausbildung erhielt.

Zunächst als Büttenrednerin. „Es ist sehr schwierig, sich als Frau im Karneval durchzusetzen“, erzählte sie. Oft sei sie von ihren männlichen Kollegen gemobbt worden. Sie habe immer an die Spitze des Kölner Karnevals gewollt, wo sie jetzt auch ist, und dem alles untergeordnet, weshalb sie jetzt keine Kinder habe. Aber verheiratet ist sie, und gestern ging es wieder nach Mallorca zum Domizil ihres Mannes. Dort gefalle es ihr ganz gut. „Aber Kölle kann es nicht ersetzen.“

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