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Malentes Theaterpalast kooperiert mit Bonner Verein

Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie : Neue Stiftung kooperiert mit Malentes Theaterpalast

Eine neu gegründete Stiftung kooperiert mit der Familie Malente. Eines ihrer Ziele: Im Theaterpalast langfristig einen inklusiven Arbeitsplatz zu schaffen. Am 28. Oktober laden sie zu einer gemeinsamen Veranstaltung.

Es wird wohl kaum einen Rheinländer geben, der in der Karnevalszeit nicht den ein oder anderen Flirt hatte. Während das eine Abenteuer schneller wieder vorbei ist, als es angefangen hat, hat das andere Zusammentreffen eine deutlich längere Halbwertszeit. So wie bei Wolfgang Pütz, Knut Vanmarcke und Dirk Voßberg-Vanmarcke: Der Vorsitzende der Stiftung Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg und die beiden Chefs von Malentes Theaterpalast lernten sich im Elferrat kennen. Und beschlossen spontan, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen.

Kooperationsveranstaltung im historischen Spiegelzelt

Das Ziel: Perspektivisch will die Familie Malente in ihrem Theater einen inklusiven Arbeitsplatz schaffen, sagt Vossberg-Vanmarcke. Außerdem soll die neu gegründete Stiftung samt ihrer Ziele bekannter gemacht werden. Der erste Schritt dorthin wird am Montag, 28. Oktober, getan. Dann steht eine Kooperationsveranstaltung im historischen Spiegelzelt auf dem Programm.

Die Stiftung, so berichtete Pütz, wurde vom Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie gegründet und setzt dessen Arbeit fort. "Sie ist der federführende Träger psychiatrischer Angebote", so der Vorsitzende. Dabei gehe es unter anderem darum, Betroffenen in Bonn und der Region Teilhabe zu ermöglichen - an Arbeit, Wohnen und psychiatrischer Pflege. Doch nicht nur das: Auch die Angehörigen werden einbezogen. "Es geht darum zu informieren, Beratungsmöglichkeiten zu geben und so die notwendigen Angebote verfügbar zu machen", sagte Pütz. Und das für jeden, der darauf angewiesen sei.

Psychische Erkrankungen sind keine Seltenheit

Darüber hinaus seien die Ausweitung vorhandener Strukturen sowie die Prävention weitere Aufgaben. Außerdem soll die Stiftung "die Anti-Stigma-Arbeit des Vereins fortführen und intensivieren". Das Schlagwort dafür sei der Dialog. Nur so könnten Ressentiments ausgeräumt werden. Ein wichtiger Einsatz, erklärte Pütz. Denn psychische Erkrankungen seien keine Seltenheit. In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis seien bei 900.000 Einwohnern rund 300.000 Menschen und deren Angehörige betroffen.

Dass sich ein bestimmtes Bild einschleicht, sobald das Gespräch auf psychische Erkrankungen kommt, räumte auch Voßberg-Vanmarcke ein. Pütz habe ihnen die Vorurteile aber "relativ gut ausgetrieben", so der Theaterchef mit einem Augenzwinkern.

„Eine Stiftung ist auf ewig angelegt“

Doch wieso übernimmt nun eine Stiftung die Arbeit des Vereins? "Eine Stiftung ist auf ewig angelegt", so Pütz. Der Zweck also bleibt - was zum Beispiel für diejenigen wichtig sei, die der Stiftung ihren Nachlass vermachen. Denn auf Spenden ist man angewiesen: "Es gibt so gut wie kein Geld aus öffentlicher Hand", stellte Pütz fest. Um genug (finanzielle) Unterstützung zu bekommen, sei es so wichtig, bekannt zu werden. Mit der Hilfe von Multiplikatoren wie den beiden Theaterchefs.

Die sind beim Kooperationsabend übrigens auch spielend dabei. Was genau sie zeige, steht zwar noch nicht fest. Wohl aber der Titel: "Heiter geht's weiter". Denn: "Es geht um Spaß und Lebensfreude", sagt Vanmarcke. Und Pütz ergänzt: "Das passt ja zur Stiftung Gemeindepsychiatrie."

Die Kooperationsveranstaltung beginnt am Montag, 28. Oktober, um 19 Uhr im Theaterpalast, Godesberger Allee 69. Neben der Familie Malente ist Bestseller-Autor, Theologe und Kabarettist Manfred Lütz dabei. Es gibt einen Sektempfang und Fingerfood aus dem Restaurant Pauke-Life. Unterstützung kommt unter anderem von der IHK Bonn-Rhein-Sieg. Der Eintritt kostet 9,90 Euro. Tickets gibt es im Theaterpalast oder unter theaterpalast.de.