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Maibäume während Corona in Bonn und der Region: Was erlaubt ist und was nicht

Was erlaubt ist und was nicht : Diese Regeln gelten für das Maibaum-Stellen während der Corona-Krise

Das Kontaktverbot gilt weiter, Maifeste können in diesem Jahr nicht steigen. Der Verkauf von Birken ist aber grundsätzlich erlaubt. Welche Regeln in den Städten der Region rund um den Maibrauch gelten.

Die Zeit rund um den Maifeiertag kennt im Rheinland zahlreiche Traditionen: Viele Junggesellenvereine stellen in ihrem Dorf traditionell einen geschmückten Maibaum auf, es werden Maifeste gefeiert, manche überraschen die Liebste oder (im Schaltjahr) den Liebsten in der Nacht auf den 1. Mai mit einem Maibaum vor der eigenen Haustüre.

Da die Kontaktverbote in Nordrhein-Westfalen noch mindestens bis zum 3. Mai gelten, müssen Veranstaltungen und Feste in diesem Jahr abgesagt werden. Einige der Bräuche können aber trotzdem gelebt werden. Der Verkauf von Birken ist laut der aktuellen Corona-Verordnung des Landes erlaubt. Auch gegen das Aufstellen privater Maibäume haben viele Städte nichts einzuwenden - sofern die geltenden Regeln eingehalten werden. Einige Städte appellieren jedoch an die Bürger, gänzlich auf die Bräuche zu verzichten.

Die Verwaltung des Rhein-Sieg-Kreises teilt beispielsweise mit, dass grundsätzlich nichts dagegen spreche, wenn maximal zwei Personen in der Mainacht - mit Mindestabstand - zusammen unterwegs seien. Auch die Stadt Bonn teilt auf GA-Anfrage mit, dass es den Vorschriften entspricht, wenn höchstens zwei Personen zusammen unterwegs sind und einen Maibaum aufstellen. Das Aufstellen von großen Dorfmaibäumen, das ja üblicherweise im Rahmen eines Festes von den Ortsvereinen gefeiert wird, sei in der jetzigen Situation jedoch nicht erlaubt, heißt es seitens der Stadt Bonn. Gleichermaßen heißt es von der Stadt Lohmar, dass das Aufstellen von Maibäumen durch Vereine nicht gestattet sei, das private Maibaumsetzen aber möglich sei. Auch seitens der Gemeinde Wachtberg heißt es: „Beim privaten Aufstellen mit maximal zwei Personen gelten die üblichen Kontaktregeln“.

Stadt Niederkassel trifft Einigung mit Vereinen

Etwas anders sieht die getroffene Regelung in Niederkassel aus: Wie die Stadt schreibt, sollen in Absprache mit den ortsansässigen Vereinen auch in diesem Jahr Maibäume auf den öffentlichen Plätzen aufgestellt werden können. Anders als in den vergangenen Jahren darf der Baum dabei jedoch nicht von mehreren Junggesellen abgeholt und aufgestellt werden, erlaubt sind nicht mehr als zwei Personen.

Der Junggesellenverein „Echte Fründe“ Niederkassel muss deshalb umplanen: Gemeinsam mit den anderen örtsansässigen Vereinen sowie der Stadt hat sich der Verein auf die einheitliche Regelung geeinigt, in diesem Jahr keine „privaten“ Maibäume in der Nacht auf den 1. Mai zu stellen. „Es gibt keine traditionelle Mainacht. Wir stellen keine Maibäume beispielsweise mit Hilfe von Traktoren, das ist nicht umsetzbar“, sagt Ramon Wiener, 2. Vorsitzender der „Echten Fründe“ im Gespräch mit dem GA.

Der Verein weiß sich jedoch zu helfen. Der Baum auf dem Rathausplatz solle mit Hilfe eines Baukrans aufgestellt werden, sagt Wiener. Zudem werde der Baum „wesentlich kleiner“ sein, damit er überhaupt von zwei Leuten getragen werden kann. Rund acht Meter und damit rund halb so hoch wie sonst soll das Exemplar in diesem Jahr sein. „Uns geht es darum, der Bevölkerung eine Freude zu machen.“

Wiener appelliert zugleich an alle Vereinsmitglieder und die Menschen im Ort, an dem Abend des Aufstellens nicht zum Rathausplatz zu kommen, auch nicht einzeln. Wer sich das Aufstellen dennoch angucken möchte, könne dies über einen Livestream tun, kündigt Wiener an. „Ob das den Tanz in den Mai ersetzen kann, weiß ich nicht“, räumt Wiener ein.

„Traurig, aber notwendig“ nennt der Verein den gemeinsam mit der Stadt und den anderen Vereinen beschlossenen Maifest-Konsens auf seiner Facebook-Seite. „Es ist schon schwierig und schade“, sagt Wiener. Die Mallorca-Party und das Maifest haben sie bereits auf das nächste Jahr verschoben. Auch der Verkauf von Maibäumen findet nicht in gewohnter Weise statt. „Bäume, die schon bestellt wurden, können jedoch abgeholt werden“, sagt Wiener. Wer privat einen Maibaum aufstellen möchte, müsse sich in jedem Falle an das Kontaktverbot halten, heißt es von der Stadt Niederkassel.

Stadt Bornheim bittet um Verzicht

Der Bürgermeister der Stadt Bornheim, Wolfgang Henseler, bittet darum, in diesem Jahr gänzlich auf das Aufstellen von Maibäumen zu verzichten. „In der Regel sind beim Maibaumaufstellen mehr als zwei Personen unterwegs. Und das ist im Moment leider verboten“, erklärt Henseler. An die Bitte des Bürgermeisters wird sich der Junggesellenverein "Gemütlichkeit" Brenig halten. „Wir haben alle Veranstaltungen abgesagt“, sagt Nils Bjarne Palm, erster Schriftführer im Verein. Es werde keine neuen Maipaare geben, das Aufstellen des Maibaums im Ort sei wie das private Aufstellen abgesagt worden. Das Junggesellenfest soll im kommenden Jahr nachgeholt werden. Die Party im November steht noch auf der Kippe. „Schade ist das auf jeden Fall“, sagt Palm, der die Appelle der Stadt jedoch sehr gut nachvollziehen kann. „Das Verständnis ist auf jeden Fall da“, sagt er. „Wir gehen umso positiver in die nächste Saison und freuen uns auf alles, was dann stattfinden kann.“ Auch der Ortsausschuss Oedekoven hat bekanntgegeben, dass in diesem Jahr kein Maibaum aufgestellt wird.

Auch im Kreis Neuwied sollen keine Maifeste, auch nicht im privaten Rahmen, gefeiert werden: Landrat Achim Hallerbach appelliert besonders an Eltern: „Achten Sie bitte auch auf Ihre jugendlichen Kinder, sodass keine Treffen oder Feiern stattfinden. Laden Sie bitte keine Gäste ein und Feiern auch nicht im Verborgenen im Kreis von Nachbarn oder Freunden.“ Die Kreisverwaltung hat Kontrollen in der Mainacht angekündigt.

Einige Städte wollen verstärkt kontrollieren

Mehrere Städte der Region haben bereits mitgeteilt, rund um den Maifeiertag verstärkt kontrollieren zu wollen, ob das Kontaktverbot eingehalten wird. Das Ordnungsamt der Stadt Hennef will insbesondere in der Mainacht verstärkt kontrollieren. Die Stadt bittet alle darum, sich an die Regeln zu halten. Auch in Bad Honnef sollen in der Mainacht verstärkt Kontrollen durchgeführt werden. Gleiches gilt für Meckenheim und Bornheim. Auch der Stadtordnungsdienst der Stadt Bonn will in der Mainacht „im Rahmen seiner Möglichkeiten die Einhaltung der Vorgaben kontrollieren“, wie es von der Stadt heißt.

Maibaum-Verbot im Kreis Ahrweiler

Die Verwaltung im Kreis Ahrweiler hat in diesem Jahr aufgrund der Corona-Schutzbestimmungen verboten, Ortsmaibäume oder private Maibäume in der Nacht zum 1. Mai zu setzen. Auch eine ganze Reihe von Veranstaltungen ist damit gestrichen. In Remagen betrifft dies die traditionelle Veranstaltung „Rund um den Maibaum“ am Abend vor dem 1. Mai auf dem Remagener Marktplatz. In Lantershofen fällt die Mitgliederversammlung der Junggesellen-Schützen aus. Das Fest unter dem gemeinsamen Bad Neuenahrer Maibaum in der Mittelstraße wird es nicht geben und auch das Konzert des MFC Bad Neuenahr am 1. Mai findet nicht statt.

Verkauf von Maibäumen grundsätzlich erlaubt

Der Verkauf von Birken ist in diesem Jahr trotz des Kontaktverbots grundsätzlich erlaubt. Ein Forstbetrieb sei im Sinne der neuen Verordnung des Landes ein „Direktvermarkter von landwirtschaftlichen Betrieben“ und dürfe dementsprechend öffnen und Birken verkaufen, teilt das Gesundheitsministerium des Landes NRW auf Nachfrage mit. Einige Betriebe entscheiden sich trotzdem bewusst dagegen, in diesem Jahr Birken zum Verkauf anzubieten.

Das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft, das üblicherweise Birken zum Verkauf anbietet, wird in diesem Jahr keinen Maibaumverkauf durchführen. 15 Verkaufsstellen in Bonn und der Region waren es im vergangenen Jahr. „Die Verkaufsstellen fallen alle weg“, sagt Janina Ahr vom Regionalforstamt. Wie das Regionalforstamt mitteilt, wollen Förster und Waldbesitzer außerdem verstärkt kontrollieren, ob ohne Erlaubnis Birken gefällt werden.

Die Forstbetriebsgemeinschaft Bornheim, die in Zusammenarbeit mit der Stadt Bornheim in den vergangenen Jahren Maibäume verkauft hat, wird in diesem Jahr ebenfalls auf den Verkauf verzichten. Die Verkaufsstelle im Rösberger Wald bleibt geschlossen.

Einige Forstbetriebe bieten ihre Bäume aber auch wie gewohnt an. So wird der Maibaumverkauf mit Bäumen aus einem Forstbetrieb aus dem Kottenforst auch in diesem Jahr am 30. April von 11 bis 19 Uhr auf der Poppelsdorfer Allee, Ecke Baumschulallee, in Bonn stattfinden.

Wie die Forstbetriebsgemeinschaft Rheinbacher Höhen mitteilt, können im Rheinbacher Waldgebiet auch in diesem Jahr bei privaten Waldbesitzern Maibäume geschlagen werden. Der Verkauf findet am 30. April statt. Die Auflagen und Vorsichtsmaßnahmen würden erfüllt, heißt es.

In der Gartenbaumschule Fuhs in Alfter-Gielsdorf werden ebenfalls Bäume angeboten. Dort gelten für den Verkauf der geschlagenen Maibäume am 30. April die selben Regeln wie überall im öffentlichen Raum. Die Kunden, die möglichst alleine kommen sollen, müssen zwei bis drei Meter Abstand halten und sollten vorzugsweise mit EC-Karte zahlen. Inhaber Michael Fuhs geht bei den Maibäumen von einem anderen Kaufverhalten als in den Jahren zuvor aus. „Ich rechne damit, dass der Trend zu kleineren Bäumen geht“, sagt er.