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Kommentar zum Grundstücksmarktbericht: Mahnung an alle Akteure

Kommentar zum Grundstücksmarktbericht : Mahnung an alle Akteure

Der Grundstücksmarktbericht ist nicht nur als transparente Übersicht über die Umsatz- und Preisentwicklung gedacht. Er bietet Kaufinteressenten und der Immobilienbranche, aber auch Banken und Versicherungen eine Übersicht über die Werte von Immobilien.

Insbesondere aber ist er auch so etwas wie ein Barometer, das Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung aufzeigt, wie das Klima auf diesem Markt ist, wo es hakt und wo die Nachfrage besonders groß ist.

Dass der Büromarkt boomt, sieht jeder, der über die B 9 fährt und auf die Kräne rund um den Trajektknoten blickt. Und eine Leerstandsquote von lediglich 2,74 Prozent spricht auch für sich. Außerdem sind weitere Projekte in Planung, wie etwa der Abriss und Neubau des Bonn-Centers.

Wo es aber ganz gehörig hakt, ist der Wohnungsmarkt. Dass insbesondere "bezahlbarer Wohnraum" fehlt, darauf weisen die Sozialverbände immer wieder hin. Was der neue Marktbericht deutlich macht, ist, dass das Immobilienangebot in Gänze völlig unzureichend ist.

Insofern ist dieser Bericht eine Mahnung an alle, die in dieser Stadt etwas zu entscheiden haben. Es ist zwar richtig, dass die Flächen in einer Stadt wie Bonn begrenzt sind, aber das Wenige, was sie anbietet und zu Bauland aktivieren will, braucht in der Umsetzungsphase einfach viel zu viel Zeit. Grund dafür sind nicht nur immer höhere Hürden, die der Gesetzgeber vorgibt - vom Lärm- bis zum Klimagutachten. Die zuständigen Stellen in der Stadtverwaltung sind völlig überfordert, die Masse an Arbeit zu bewältigen.

Da nutzt es herzlich wenig, einfach mal das Katasteramt in "Amt für Bodenmanagement" umzubenennen und ein paar wenige Stellen nachzubesetzen. Da muss weitaus mehr getan werden.