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Dorfleben in Bonn: Männerreih in Lessenich fehlt der Nachwuchs

Dorfleben in Bonn : Männerreih in Lessenich fehlt der Nachwuchs

Der Lessenicher Ortsausschussvorsitzender Bruno Euskirchen will die Traditionsfeste retten und wirbt um Unterstützung. Der Junggesellenverein besteht aber nur noch auf dem Papier.

Einen nachvollziehbaren Grund für das Ende des Junggesellenvereins Männerreih Einigkeit Lessenich/Meßdorf 1805 (JGV) hat Bruno Euskirchen bislang nicht ausmachen können . Der Vorsitzende des Ortsausschusses bedauert aber, dass das Vereinsleben praktisch zum Erliegen gekommen ist. „Ich hatte gehofft, mir aus diesem Verein einen Nachfolger aufbauen zu können“, sagt er.

Euskirchen (65) leitet seit sieben Jahren den Ortsausschuss. In seiner Bilanz stellt er fest, dass viele Mitbürger sich nicht so mit Lessenich und Messdorf identifizieren, wie er es sich wünschen würde. Zwar hat der Ortsausschuss Veranstaltungen, die nicht mehr von Vereinen ausgerichtet wurden übernommen. Aber nicht alle fanden den erwarteten Zuspruch. Jetzt kippt also auch der Junggesellenverein weg.

Zwar ist der Schritt zur Auflösung des JGV noch nicht getan, „aber er besteht derzeit nur auf dem Papier“, sagt der frühere Vorsitzende der Junggesellen, Carletto Venezia. Die Mitglieder seien inzwischen alle über 20 Jahre, stünden im Studium oder im Berufsleben und Nachwuchs gebe es nicht.

Mainacht auf dem Dorfplatz

„In dieser Situation ist es ein Problem, eine Mannschaft für Aktivitäten zusammenzubekommen“, erklärt Venezia. Schon die Mainacht im vorigen Jahr ist von den Junggesellen nicht mehr organisiert worden. Nicht zuletzt wegen strengerer Ordnungsauflagen und geringer Unterstützung von außerhalb war die Veranstaltung kurzfristig abgesagt worden. Die Homepage ist veraltet, weitere Veranstaltungen sind nicht geplant. „Wir haben daher im Dezember beschlossen, das Vereinsleben ruhen zu lassen“, berichtet Venezia.

Für Bruno Euskirchen jedenfalls ist der JGV Geschichte, aber die Mainacht am 30. April auf dem Dorfplatz soll dennoch stattfinden, sagt der Ortsausschussvorsitzende. „Man sollte die Traditionen wahren.“ Essen, Trinken, nette Unterhaltung im Festzelt – alles solle beim Alten bleiben. Auch einen Maibaum würde er gerne wieder auf dem Dorfplatz aufstellen. „Wenn ich jemanden finde, der einen Traktor hat“. Und wenn er Helfer dafür bekommt.

Die bräuchte er auch für die Aktion „Bonn Picobello“, denn da würde Euskirchen ebenfalls gerne mitmachen, um bestimmte Ecken im Dorf sauber zu halten. Die Vorbereitungen für kommende Feste laufen auch schon. Der Seniorentag war nach seiner Einschätzung wieder sehr gut besucht, das will er auch wieder über den nächsten sagen können. Gleiches gilt für den nächsten Karnevalszug. Den Termin, 10. Februar 2018, hat er schon auf dem Schirm.

Familienfest an Christi Himmelfahrt

An Christi Himmelfahrt möchte Euskirchen wieder das Familienfest veranstalten. Das fand bisher vor der alten Feuerwehrhalle statt. Das Gerangel um die Zuständigkeit ist aber nach wie vor nicht beendet, und Euskirchen will sich dafür auch nicht mehr als nötig engagieren. Zumindest solange die Zusage der Stadtverwaltung ausbleibt, dass der Ortsausschuss die Halle der ehemaligen Freiwilligen Feuerwehr nutzen kann.

Derzeit streitet er mit der Stadt über die Nachzahlung von Nebenkosten im vierstelligen Bereich aus den zurückliegenden Jahren. „Wenn wir die Halle nicht bekommen, können wir auf den Dorfplatz ausweichen“, erläutert Euskirchen das Alternativprogramm.

Im Terminkalender fest eingeplant ist die Kirmes am dritten Augustwochenende. 2016 war das ein recht launiges Fest, und zwei Schausteller haben sich für dieses Jahr wieder angekündigt. Zudem werde es ein Kinderriesenrad geben, das im vergangenen Jahr auf Pützchens Markt stand.