Zukunft des Kinderneurologischen Zentrums Bonn: LVR-Klinik und AOK verhandeln im Januar

Zukunft des Kinderneurologischen Zentrums Bonn : LVR-Klinik und AOK verhandeln im Januar

Mittlerweile fordern auch Bundes- und Landespolitiker den Erhalt des Kinderneurologischen Zentrums. Nun kamen die Rotarier und bescherten auf der Kinderstation. Auch sie sagen, dass die Arbeit in der LVR-Klinik wichtig ist.

Es war der traditionelle Besuch des Rotary Clubs Bonn im Kinderneurologischen Zentrum der LVR Klinik, bei dem die stationär betreuten Kinder von „Nikolaus“ Klaus Stendebach Geschenke bekamen. Es war aber auch eine symbolische Unterstützung der Rotarier um Präsident Arnim Cremers für die akut gefährdete Arbeit des Zentrums.

„Was für uns zählt, ist die langjährige, nachhaltige Unterstützung der Arbeit für Kinder mit einem sehr schweren Schicksal“, erläuterte Christoph Eiden die Spendenübergabe von weiteren 1000 Euro. „Insofern ist unser Beitrag auch Ausdruck unserer Überzeugung, dass die Arbeit sehr wichtig ist und hoffentlich weiter ermöglicht wird.“

Wie berichtet, plagen Chefarzt Helmut Hollmann seit Anfang des Jahres Probleme bei der Abrechnung stationärer Leistungen, weil die Verbände der Krankenkassen ihre Finanzierungszuständigkeit in Abrede stellen.

Hollmann fürchtet um die Existenz des Zentrums. Immerhin scheinen die Verhandlungen in Bewegung zu sein. „Die Kostenträger haben Gesprächsbereitschaft signalisiert. Für Januar und Februar sind weitere konzeptionelle Gespräche vereinbart“, erklärt Tillmann Daub, Pressesprecher der LVR-Klinik Bonn.

Oberstes Ziel der Klinik sei hier weiterhin, die optimale und fachgerechte Behandlung sowie die besondere Expertise des Zentrums auf Dauer finanziell zu sichern. Für Anfang 2017 sei ein Gesprächstermin mit der LVR-Klinik beabsichtigt, danach könne man weitere Informationen geben, sagte Sarah Hackl, Pressesprecherin der AOK Rheinland/Hamburg, auf GA-Anfrage.

Störungen sollen vermieden werden

Auf Fürsprecher kann das Zentrum jedenfalls zählen. „Es darf keine Einsparungen auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen mit gravierenden Entwicklungsstörungen und ihrer Familien geben“, sagt die Bonner Bundestagsabgeordnete Katja Dörner (Grüne). Deshalb müsse die Finanzierung der stationären Therapien in dem in der Region einzigartigen Kinderneurologischen Zentrum umgehend wieder erfolgen und auch rückwirkend sichergestellt werden.

„Gerade das stationäre Angebot muss dringend erhalten bleiben, denn wir haben hier eine sehr spezialisierte Diagnostik und Therapie, die für die ganze Region von höchster Bedeutung sind“, sagt auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Claudia Lücking-Michel. Sie hoffe dringend, dass die Kostenträger zu einer konstruktiven Abrechnungspraxis zurückkehrten. „Ich erwarte Bewegung auf Seiten der Krankenkassen.“

Die SPD-Landtagsabgeordnete Renate Hendricks spricht von einer „unbegreiflichen Pokergeschichte“ um das Zentrum und fordert den Landschaftsverband auf, dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer Schließung der Kinderneurologie kommen muss. „Die Kosten, die dann nämlich auf Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis zukommen würden, wären doch um ein Vielfaches höher.“

Weshalb Kinderarzt Wolf Groß beim Weihnachtstermin auch eine Lanze fürs Zentrum brach: Dessen stationäre Behandlung stelle „eine durch keine andere Maßnahme zu ersetzende Möglichkeit dar, damit Folgeschäden wie gravierende Störungen des Sozialverhaltens, Schulabbruch oder Depressionen vermieden werden“.

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