Luftverschmutzung in Bonn: Linke und Grüne offen für Diesel-Sperre

Luftverschmutzung in Bonn : Linke und Grüne offen für Diesel-Sperre

Andere Ratsfraktionen sehen Fahrverbot skeptisch. Ihre Sorge gilt Handwerkern und Pendlern, die auf ihre Fahrzeuge angewiesen sind. Könnte ihnen eine Übergangsfrist helfen?

Die Ratsfraktionen sehen Handlungsbedarf beim Luftreinhalteplan. Die CDU hält Einfahrverbote aber für keine Lösung: „Es ist besser, Anreize zum Umstieg auf schadstoffarme Fahrzeuge zu schaffen“, sagt Christian Gold, Obmann für Umweltthemen der CDU-Fraktion. Auch sei das Problem so kompliziert, dass nur ein Maßnahmenpaket Erfolge bringen werde. Aus Sicht der SPD wären Förderungen und der Ausbau von E-Mobilität ein Baustein für reinere Luft: „Ein anderer Aspekt ist die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs“, so ihr umweltpolitischer Sprecher Stephan Eikschen. Er schlägt einen Ausbau des Radverkehrswegenetzes vor, aber auch neue Verkehrsmittel wie eine Seilbahn und die Idee von Wassertaxen.

Die Grünen halten ein Verbot von Dieselfahrzeugen zumindest für denkbar: „Wenn die Grenzwerte des Luftreinhalteplans durch die bereits ergriffenen Maßnahmen auch künftig nicht eingehalten werden können, müssen wir letztendlich ernsthaft eine Differenzierung zwischen Diesel- und Benzinfahrzeugen prüfen“, erklärt Fraktionssprecherin Brigitta Poppe. Ziel sei aber, umweltfreundliche Verkehrsarten attraktiver zu gestalten wie den öffentlichen Nahverkehr und das Fahrrad. Die FDP findet: „Ein Aussperren von fast neuen oder nur wenige Jahre alten Fahrzeugen trifft das Handwerk, den Zulieferverkehr und auch Berufspendler unverhältnismäßig“, so ihr umweltpolitischer Sprecher Wilfried Löbach. Ein gutes Baustellenmanagement und die Verflüssigung des Verkehrs sind aus Sicht der Liberalen ein wichtiger Schritt für saubere Luft.

Die Linksfraktion spricht sich dagegen klar für ein Einfahrverbot zumindest in die Umweltzone aus. Ihr verkehrspolitischer Sprecher Holger Schmidt teilte dazu mit: „Es ist zu hoffen, dass hier die Gerichte der untätigen Politik nachhelfen. Eine Übergangsfrist für Neufahrzeuge, Gewerbetreibende und Bewohner sollte die Folgen für Betroffene abmildern.“

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