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Beethoven-Festspielhaus in Bonn: Linke und Grüne kritisieren Appel-Forderung

Beethoven-Festspielhaus in Bonn : Linke und Grüne kritisieren Appel-Forderung

Kritische Reaktionen aus dem Stadtrat gibt es auf die Forderung des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post DHL, Bund und Land sollten sich stärker für das geplante Festspielhaus einsetzen. Frank Appel hatte in einem GA-Interview betont, die Pflege des Beethovenerbes sei eine nationale Aufgabe.

"Appels Hilferuf macht deutlich, dass es sich keineswegs um das vielzitierte private Geschenk an die Stadt handelt", erklärt Michael Faber, Fraktionschef der Linkspartei. Ohne öffentliches Geld werde es kein Festspielhaus geben. Gerade in der Bonner Kultur sei vielen klar, dass das Konzerthaus in Zeiten knapper kommunaler Kassen Mittel binde, "die für den Erhalt der kulturellen Vielfalt fehlen werden", so Faber.

Ähnlich argumentieren die Grünen, die ebenso wie Linke und AfD im Stadtrat bereits gegen das Projekt gestimmt haben. "Ich finde es schade, dass die Post sich bei der Beethovenpflege so stark aufs Festspielhaus konzentriert", sagt Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt.

Es sei sinnvoller, in Programme zu investieren anstatt in Steine. Die Post hat 30 Millionen Euro für den privat zu finanzierenden Neubau neben der Beethovenhalle in Aussicht gestellt, der rund 70 Millionen Euro kosten soll. Die Stadt Bonn will 4,4 Millionen Euro für die baureife Übergabe des Grundstücks sowie 10 Millionen Euro für die Betriebsstiftung beitragen.

Genau wie Appel unterstreicht FDP-Chef Werner Hümmrich die Beethovenpflege als nationale Aufgabe. "Da scheint mir ein stärkeres Engagement von Bund und Land angemessen zu sein", stimmt er dem Spitzenmanager der Post zu. Allerdings leiste Berlin schon durch das zugesagte Stiftungskapital in Höhe von 39 Millionen Euro einen großen Beitrag.

"Wir danken der Post, den vielen privaten Unterstützern, aber auch Bund und Land für ihr Engagement", betont der Bonner SPD-Vorsitzende Ernesto Harder. Ob das Konzerthaus realisiert werden könne, hänge nun vor allem vom Businessplan für den Betrieb ab. Das lange erwartete Zahlenwerk, erstellt im Auftrag der Post, soll Ratspolitikern und Stadtverwaltung am Montag, 23. Februar, in der Kulturkommission präsentiert werden.