Bundeskunsthalle: Lesefestival Käpt'n-Book in Bonn gestartet

Bundeskunsthalle : Lesefestival Käpt'n-Book in Bonn gestartet

Unter großem Andrang hat am Sonntagmorgen das Käpt'n-Book-Eröffnungsfest in der Bundeskunsthalle in Bonn begonnen. Im mehr als 500 Menschen fassenden Hörsaal blieb kein Platz frei.

Es soll noch mal einer behaupten, dass der Nachwuchs lesefaul sei. Einige Stunden am Sonntag in der Kunst- und Ausstellungshalle beim Käpt’n-Book-Familienfest hätten wohl die meisten Skeptiker eines Besseren belehrt: Dort wuselten Kinder aufgeregt herum, während ihre Eltern im Programmzettel schmökerten und schauten, wo sie hin mussten, um etwa Ingo Siegner zu sehen, den Erfinder des kleinen Drachen Kokosnuss. Der erzählte im Forum die Geschichte von der Geburt des kleinen Feuerspeiers und zeichnete dazu Bilder, was man in den hinteren Reihen nur dank der großen Videoleinwand sehen konnte.

Die Warteschlange vor dem Forum war schon eine knappe Stunde vor Beginn der Lesung lang, teilte das Foyer der Bundeskunsthalle. Mehr als 500 Menschen fasst der Hörsaal, und doch passten nicht alle hinein. „Wir waren ganz kurz davor“, sagte Jan (11). Aber dann ging direkt vor ihm die Tür wieder zu, kein Platz mehr frei. „Wir waren die ersten, die nicht reindurften“, klagten Jan und sein kleiner Bruder Jonas (7). Und das, obwohl sie extra wegen Siegner gekommen waren. Aber das Museum hatte da strikte Regeln. Immerhin waren sie dann am Signiertisch die ersten, die drankamen.

„Ich lese ganz viel“, meinte Jan. „Ich habe jedes Buch, das in meinem Zimmer ist, mindestens einmal durchgelesen. Und das sind viele.“ Auch Victoria (12), die Fabian Lenks „Zeitdetektive“-Lesung mitgemacht hatte, mag Bücher, und zwar am liebsten echte, nicht elektronische. „Ich mag es, wenn ich Papier in den Händen habe.“ Lesen sei toll, weil man in andere Welten eintauchen und noch etwas lernen kann. „Lesen kann man immer brauchen. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.“

Frederik (5) wollte unbedingt Sams-Erfinder Paul Maar sehen, er hatte sogar ein Sams-Kostüm angezogen. Mats (10) hat eine ungewöhnliche Vorliebe, die beim Familienfest nicht bedient wurde: „Ich lese gerne Was-ist-was-Bücher“. Lesen sei wichtig für ihn, wenn er mal seine Ruhe haben wolle oder ihm langweilig ist. Seine Mutter Britta Schäfer fand das Lesefest gut. „Es ist erstrebenswert, um die neue Generation doch noch mal mit dem Thema Lesen zu berühren.“ Neben Smartphones und Tablets sei es wichtig, „auch mal ein haptisches Buch in den Händen zu halten“.

Marlene ist eine treue Besucherin des Festes. „Ich komme seit etwa sechs Jahren her“, sagte die Neunjährige. Sie ist Fan der Schule der magischen Tiere und von Harry Potter, liest aber auch Asterix und Obelix. Ihre Mutter bedauerte, dass viele Räume zu klein seien für den Andrang. Sollte das Fest woanders als in dem Museum stattfinden? „Ich finde, das ist absolut der richtige Ort für sowas.“ Man müsse größere Bereiche dafür vorhalten. Es sei aber auch gut, dass es überfüllt war. „Das zeigt, das viele Kinder mit dem Buch aufwachsen.“

Immer wieder öffnete auch Käpt’n Book alias Hanno Friedrich seine Bücherkiste und las daraus vor. Organisatorin Cornelia Kothe war im Stress, aber glücklich, dass es wieder so gut lief. Besucherrekord oder nicht: Der Andrang war größer als in den meisten anderen Jahren, sagte sie. Und die Kinder seien sehr aufmerksam.

Das hatte sie schon am Samstag erlebt, als die eigentliche Eröffnung des Lesefestes im Haus der Geschichte gefeiert wurde. Dort las Peter Wensierski aus seinem Buch „Die verbotene Reise“ und diskutierte anschließend mit dem jungen Publikum. Viele Schüler hatten Fragen vorbereitet. Ein toller Erfolg, fand Kothe. „Ich hatte echt Gänsehaut.“

Infos auf www.kaeptnbook-lesefest.de.

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