Rekordzahlen vorgestellt: Lesefest Käpt'n Book begeistert die Kinder

Rekordzahlen vorgestellt : Lesefest Käpt'n Book begeistert die Kinder

Insgesamt 43.000 Besucher hat das Lesefest Käpt'n Book verzeichnet - ein Rekord. Der Abschluss fand nun im Deutschen Museum in Bonn statt.

Es ist mucksmäuschenstill im Saal. Gebannt hängen die Kinder an den Lippen von Kirsten Boie, während diese von ihrem Engagement im von Aids geplagten Swasiland berichtet. Die Lesung der populären Kinder- und Jugendbuchautorin hat noch nicht einmal richtig angefangen, doch der Zauber einer guten Erzählung ist bereits jetzt spürbar.

Es ist diese Magie, der sich das Rheinische Lesefest Käpt'n Book in seinem nunmehr 15. Jahr verschrieben hat und die inzwischen bei 524 Lesungen, Konzerten und Theaterprojekten an 183 Orten in der gesamten Region (und weit darüber hinaus) wirkt.

Im Deutschen Museum, wo einst mit einer Harry-Potter-Lesenacht alles begann, feiert der Veranstaltungsmarathon nach zwei intensiven Wochen nun sowohl seinen Abschluss als auch seinen Geburtstag mit Topfschlagen, Eierlaufen, Experimenten von Professor Technikus und Professor K. Wumm – und natürlich verschiedenen Lesungen.

„Es war eine anstrengende, aber auch wahnsinnig schöne Zeit“, sagt Cornelia Kothe vom Bonner Kulturamt, die das größte Kinder- und Jugendliteraturfestival Deutschlands für inzwischen 26 Städte und Gemeinden inklusive Leverkusen und Düsseldorf plant und leitet.

„In diesem Jahr wurde kein Autor krank, alles fand statt und jede Veranstaltung war sehr gut besucht. Ich schätze, dass wir mindestens 43.000 Besucher hatten, noch einmal mehr als im vergangenen Jahr. Aber viel wichtiger finde ich, dass man bei den Kindern die Begeisterung an Büchern und am Lesen spüren konnte.“

Ähnlich sieht es auch Hanno Friedrich, der als Fleisch gewordener Käpt'n Book versucht, überall gleichzeitig zu sein und der Veranstaltung ein Gesicht zu geben. „Es war ein lässiges, höfliches und harmonisches Festival, das einfach allen Beteiligten großen Spaß gemacht hat. Sämtliche Autoren, mit denen ich gesprochen habe und die zum ersten Mal teilgenommen haben, waren völlig von den Socken.“

Dem kann Kirsten Boie nur beipflichten. „Ich musste diesmal ein bisschen zwischen der Frankfurter Buchmesse und Käpt'n Book hin- und herspringen, wollte mir das Lesefest aber auf keinen Fall entgehen lassen“, bekennt die Bestsellerautorin, die 2011 das Bundesverdienstkreuz erhalten hat und schon seit Jahren immer wieder gerne nach Bonn kommt.

„Die Atmosphäre ist immer großartig, die Organisation perfekt und die Nachfrage riesig. Ich glaube, jeder Autor, der einmal hier war, möchte unbedingt wiederkommen.“ Cornelia Kothe lacht und nickt. „Das hören wir von allen Seiten.“ Für die Kinder gilt das sowieso. „Ich habe von einer Klasse eine Mail bekommen, in der gefragt wurde, warum Frau Boie denn nur am Sonntag lesen würde, wenn keine Schule sei“, sagt Kothe. „Sie würden aber trotzdem geschlossen kommen. Und soweit ich weiß, sind auch alle Schüler da. Das finde ich natürlich großartig.“

Mit dem Ende von Käpt'n Book können Organisatoren erst einmal durchatmen. Zumindest für ein paar Wochen. Dann beginnen bereits wieder die Planungen für die nächste Ausgabe, die vom 29. September bis zum 14. Oktober stattfinden wird. „Ich habe schon wieder einen ganzen Koffer voll mit Büchern, die ich lesen muss“, gesteht Kothe und lacht. „Und ständig kommen neue dazu. Aber das macht ja auch Spaß.“ Und wenn man in die begeisterten Gesichter der Kinder blickt, die bei den Lesungen gebannt zuhören, kann man nur hoffen, dass das auch so bleibt.

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