Kommentar: Leid verringern

Kommentar : Leid verringern

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts, unnötige Tierversuche nicht durchzuführen ist richtig. Wo möglich sollte das Leid von Tieren verboten sein.

Mehr als 2,85 Millionen Tiere wurden 2016 für Tierversuche eingesetzt, 665 000 davon für die Forschung in Deutschland getötet. Im Verhältnis zu den rund 750 Millionen Tieren, die pro Jahr für den Fleischkonsum der Deutschen sterben, sind das weniger als 0,1 Prozent. Trotzdem sind Lebewesen auf dem Teller akzeptierter als in Laboren. Auch wenn es letztlich in beiden Fällen darum geht, sie zu töten. Sowohl ohne Fleisch, als auch ohne Tierversuche scheint es nicht zu gehen. In der Lebensmittelindustrie setzt man aus moralischen Gründen darauf, dass die Tiere ein gutes Leben haben. Die Massentierhaltung wird zudem bei den Verbrauchern zunehmend unbeliebter.

Und die Tierversuche? Da wollen die Forscher das Leid der Tiere verringern. Sie nicht wie der Konzern Volkswagen Abgase einatmen lassen, um herauszufinden, wie schädlich sie für den Menschen sind. Die Niederlande wollen in den kommenden Jahren sogar fast ohne Versuche an Tieren auskommen, durch den technischen Fortschritt sind neue Verfahren auf Zellbasis möglich geworden. Doch in manchen Bereichen sind sie laut Experten weiterhin nötig. Zum Beispiel, um Medikamente zu erproben, bevor sie an Menschen getestet werden. Sie sind also ein notwendiges Übel.

Doch dort, wo es die Praxis zulässt, sollten Tierversuche verboten sein. Deshalb ist die Entscheidung des Umweltamtes und des Gerichts richtig. Um zu sehen, wie Mäuse reagieren, wenn sie auf einer Wärmeplatte stehen, muss man nicht immer und immer wieder dieselben Versuche machen. Auch nicht, um die Studenten für die spätere Praxis zu schulen. Denn die Richter verbieten der Uni nicht generell, Tierversuche durchzuführen. Es geht nur um solche, die standardisiert sind und bei denen es für die Forschung keinen Erkenntnisgewinn gibt.

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