Kommentar zu Kitaplätzen in Bonn: Kurze Beine, kurze Wege

Kommentar zu Kitaplätzen in Bonn : Kurze Beine, kurze Wege

Vergleichsweise steht Bonn bei der Kinderbetreuung gut da. Dennoch besteht Handlungsbedarf, findet GA-Autorin Ebba Hagenberg-Miliu.

Bonn ist in der Betreuung von Kindern bis sechs Jahre, vergleicht man aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts und der Stadtverwaltung, gut aufgestellt. NRW-weit beträgt die Quote von in Tagesstätten oder in Tagespflege betreuten unter Dreijährigen (U3) 26,3 Prozent, in Bonn sogar 40,2 Prozent. Landesweit können 91,1 über Dreijährige (Ü3) eine Einrichtung besuchen, in Bonn 100 Prozent. Die Eltern, die verzweifelt auf der Suche nach einem Betreuungsplatz in der Nähe sind, wird das aber wenig trösten.

Einige erheben sogar den Vorwurf, seit es den Rechtsanspruch auf U3-Plätze gibt, habe die Stadt diese Betreuung auf Kosten der über Dreijährigen ausgebaut. Das mag die Verwaltung mit Zahlen für das gesamte Stadtgebiet widerlegen, gleichwohl wird etwa die Kita Hainstraße kein einziges Ü3-Kind aus Lengsdorf aufnehmen können. Diese Mädchen und Jungen sollen die Eltern in Nachbarorten unterbringen. Was kontraproduktiv wäre.

Der Leitsatz, dass kurze Beine kurze Wege haben sollen, ist insbesondere für Kindergartenkinder wichtig. Zudem dürfte keiner Stadt an zusätzlichem Verkehrsaufkommen gelegen sein, wenn Eltern ständig ihren Nachwuchs herumchauffieren müssen. Die Koordinatoren des städtischen Familienbüros und alle Kita-Leitungen sind nicht zu beneiden: Auf ihren Schultern lastet gerade in dieser heißen Phase der Platzvergabe eine hohe Verantwortung.

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