Gemeinsam vertrauen: Kunstprojekt Factory of Trust in Bonn

Gemeinsam vertrauen : Kunstprojekt Factory of Trust in Bonn

Das Kunstprojekt "Factory of Trust" ist noch bis Samstag in der Fabrik45 zu erleben. Die Ausstellung setzt sich mit dem Gefühl des Vertrauens auseinander.

Der Raum ist in rötlich-violettes Licht getaucht, aus großen Musikboxen klingt der eigens konzipierte Sound. Die Besucher können sich frei im Raum bewegen. Nichts trennt Darstellerinnen und Zuschauer.

Eine ganz besondere Ausstellung wurde gestern Abend in der Fabrik45, Hochstadenring 45, eröffnet. Wer möchte, kann sich noch bis Samstag, 12. Oktober, mit dem Gefühl des Vertrauens auseinandersetzen und dabei der Frage nachgehen, was Vertrauen für ihn bedeutet - aber auch damit, wie sich Vertrauen anfühlt. Die "Factory of Trust" setzt dabei auf das Zusammenspiel einer Licht- und Soundinstallation und den Auftritt von drei Performerinnen inmitten der Besucher.

Besucher sollen gemeinsam Erfahrungen sammeln

"Unsere Arbeit und unser Auftritt hängt stark vom Publikum ab, man stellt sich aufeinander ein", erklärt Malin Harff, die das Projekt konzipiert hat und selber auftritt. "Dabei soll ein Space entstehen", sagt sie. Man könne es als "Erfahrungsraum" beschreiben, in dem sich die Besucher auch physisch mit dem Begriff des Vertrauens auseinandersetzen können.

Die Anthropologin Harff hält Vertrauen für eines jener Elemente, welche in jeder Gesellschaft zwingend vorhanden sein müssen. "Vertrauen ist nicht nur ein intimes, sehr persönliches Gefühl, sondern auch ein kollektives", so Harff. Vertrauen eröffne den Menschen einen großen Handlungsspielraum, es schaffe sowohl für die Individuen als auch für die Gesellschaft viele Möglichkeiten. Deswegen solle das Projekt den Menschen mehr bieten als eine individuelle Erfahrung, es gehe auch um ein kollektives Erlebnis. Um dies umzusetzen, betrieben Harff und ihr Team im Vorfeld großen Aufwand. Die Lichtinstallation musste geplant und umgesetzt, die Klänge kreiert werden. "So etwas wie Vertrauen darzustellen, ist deutlich schwieriger, als zum Beispiel ein konkretes politisches Thema", sagt die Künstlerin. Der finanzielle Aufwand ist hoch, ohne die Förderung durch das NRW-Landesbüro für Freie Darstellende Künste wäre die Umsetzung nicht möglich gewesen.

Interessierte können die Ausstellung noch an diesem Freitag, 11. Oktober, und am Samstag, 12. Oktober, besuchen. Einlass ist jeweils um 18.30 Uhr, die Performance beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt beträgt zwölf Euro, ermäßigt sieben Euro.

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