Bürgerversammlung: Kritik und Zustimmung zum Fahrradstraßennetz in Bonn

Bürgerversammlung : Kritik und Zustimmung zum Fahrradstraßennetz in Bonn

Rund 52 Kilometer Fahrradstraßen soll es im Stadtbezirk Bonn geben, wenn es nach den Plänen geht, die am Montagabend im Ratssaal des Stadthauses vorgestellt wurden.

Auf der letzten der vier Bürgerversammlungen, die die Stadt zu diesem Thema organisiert hatte, erläuterte Diplom-Geograph Arne Blase vom Planungsbüro AB Stadtverkehr, dass der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr auf 25 Prozent gesteigert, die Verkehrssicherheit erhöht und die Zufriedenheit der Verkehrsteilnehmer gesteigert werden soll.

Dafür sind Fahrradstraßen laut Helmut Haux vom Stadtplanungsteam ein wichtiger Baustein. Sie sollen das bestehende Radverkehrsnetz ergänzen. Ziel ist bekanntermaßen, dass Bonn Fahrradhauptstadt 2020 wird. Zu den möglichen neuen Fahrradstraßen gehört auch die Trasse, die von "An der Rheindorfer Burg" in Auerberg über die Mondorfer Straße in Castell bis in die Altstadt führt.

Anwohner der Paulstraße und der Breite Straße, die ebenfalls Fahrradstraße sein sollen, wollten wissen, ob auf dem historischen Pflastersteinbelag auch Markierungen angebracht werden und ob die Fahrradstraße auch eine Lösung für dort verkehrswidrig parkenden Autos darstelle. Beides verneinte Blase.

Von der Prinz-Albert-Straße in der Südstadt soll sich eine Kombination aus Fahrradstraßen durch Kessenich bis Dottendorf ziehen, auch die Burbacher Straße ist dafür angedacht. Vom Dottendorfer Ortsausschuss kamen diesbezüglich Bedenken: Diese Straße sei reine Durchgangsstraße mit vielen Geschäften und außerdem zu eng.

Für Haux gute Argumente, gerade dort eine Fahrradstraße einzurichten: "In Städten wie Münster hat sich gezeigt, dass der Radfahrer eine Art Verkehrsberuhigung ist." Das könnte außerdem dazu beitragen, dass diese Straße weniger befahren wird, und sich der Verkehr eher über Hausdorff- oder Karl-Barth-Straße bewegt.

Diskutiert wurde auch über die bestehende Fahrradstraße im Florentiusgraben. Sie sei zu eng und unübersichtlich, geradezu gefährlich durch die entgegenkommenden Taxis. Diese Straße solle künftig durch "große Verkehrsveränderungen" vom Verkehr entlastet werden, sagte Haux, zum Beispiel durch den Kreisel, der an Rabin- und Thomastraße geplant ist. Für den Vorschlag, den Graben nur für Anlieger zuzulassen, gab es viel Zuspruch von den Bürgern.

Etwa 1,3 bis 1,4 Millionen Euro für Markierungen und Schilder soll die Einrichtung kosten, sollte das gesamte Konzept umgesetzt werden, sagte Blase. "Das ist immer noch preiswerter, als wenn wir eigenständige Radwege anlegen würden", erklärte Regina Jansen vom Fahrradteam. Interessantes Detail am Rande: In einigen Straßen wird sich wohl nicht viel verändern, das vermittelten die Fachleute. Auch heute müsse man etwa in der Burbacher Straße geduldig hinter einer langsam Seniorin herradeln, wenn für ein Überholmanöver nicht genügend Sicherheitsabstand zur Verfügung stehe.

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