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Verbraucherzentrale Bonn warnt: Kostenfallen in Onlineshops und im Energiesektor

Verbraucherzentrale Bonn warnt : Kostenfallen in Onlineshops und im Energiesektor

Die Bonner Beratungsstelle der Verbraucherzentrale stellt ihren Jahresbericht vor. 11 357 Anfragen von Ratsuchenden gab es im vergangenen Jahr. Gefahren lauern vor allem online und im Energiesektor.

Die Beratungsstelle Bonn der Verbraucherzentrale NRW half 2018 wieder vielen ratsuchenden Menschen. Der Jahresbericht für das vergangene Jahr zeigt, dass vor allem im Online-, Mobilfunk- und Energiesektor versteckte Kosten oder andere Probleme lauern können. Großer Beratungsbedarf bestand bei Verbrauchern unter anderem bei Kaufverträgen mit Onlineshops.

Die Leiterin Susanne Bauer-Jautz schätzt, dass pro Monat fünf bis zehn Personen in ihre Beratungsstelle kamen, weil sie Gegenstände von minderer Qualität geschickt bekamen, die Produkte gefälscht waren oder nach Zahlung gar keine Ware geliefert wurde. Oft kauften Kunden auf unseriösen Seiten ein. „Das wichtigste Kriterium, um einen seriösen Anbieter zu erkennen, ist ein Impressum mit ladungsfähiger Anschrift“, erläuterte Bauer-Jautz. Dabei reiche die Angabe eines Postfaches nicht aus. Am besten sei eine deutsche Anschrift. „Dann kann man sicher sein, dass deutsches Recht oder EU-Recht gilt.“ Wenn kein vollständiges Impressum vorhanden sei, rät sie: „Finger weg!“

Auch offline lauern Gefahren

Jedoch gibt es auch beim Einkaufen in Geschäften vor Ort Dinge, die Verbraucher unbedingt beachten sollten. „Man hat im Gegensatz zum Onlinehandel kein 14-tägiges Widerrufsrecht“, so Bauer-Jautz. Der Verbraucher gehe jedoch meist fälschlicherweise davon aus, weil viele Geschäfte den Kunden aus Kulanz ein Umtauschrecht einräumen würden. Unbedingt seien die Umtauschrechte an Ort und Stelle mit einem Verkäufer zu besprechen. Ein Bereich, der in der Beratungsstelle ebenfalls häufig thematisiert wurde, war der Energiesektor. Hier ergeben sich nicht nur Probleme mit Verträgen, auch technische Anlagen, wie zum Beispiel Heizungen, arbeiten manchmal nicht so, wie sie sollten. „Viele beschäftigen sich mit dem Thema zu spät oder gar nicht“, sagte Energieberater Stephan Herpertz. Dies führe vom Verbraucher meist unbemerkt zu einem deutlich höheren Stromverbrauch und so zu deutlich höheren Kosten. So fiel Herpertz bei einem Beratungstermin in einem erst 2013 erbauten Gebäude ein für einen vierköpfigen Haushalt viel zu hoher Stromverbrauch auf. Grund dafür sei eine nicht korrekt arbeitende Wärmepumpe gewesen. Gerade bei Haushalten mit geringem Einkommen könnten so schnell ernsthafte Finanzierungsprobleme entstehen. „Es kann das Fass zum Überlaufen bringen“, sagte Herpertz.

Der Jahresbericht der Beratungsstelle zeigt: Die Schwierigkeiten der Verbraucher sind vielfältig. Nicht immer sind Mehrkosten auf ein Fehlverhalten der Anbieter zurückzuführen, sie können genauso durch Unaufmerksamkeit des Verbrauchers entstehen. So ist der Bericht auch als Warnung für die Verbraucher zu verstehen, aufmerksam zu sein und Dinge stets zu hinterfragen.