Kommunalwahl Bonn 2020: Kommentar zu CDU-Fraktionschef Gilles im Stadtrat

Kommentar zur Kommunalwahl 2020 : Eine Zäsur

Niemand aus dem heutigen engeren Fraktionsvorstand wird der neuen Fraktion mehr angehören. Die Kommunalwahl 2020 ist vor allem für die CDU-Ratsfraktion eine Zäsur, meint GA-Redakteurin Lisa Inhoffen.

Die Kommunalwahl 2020 ist vor allem für die CDU-Ratsfraktion eine Zäsur. Denn niemand aus dem heutigen engeren Fraktionsvorstand wird der neuen Fraktion mehr angehören. Mit Ratsfraktionschef Klaus-Peter Gilles und dem früheren Fraktionsgeschäftsführer sowie aktuellen Vize-Fraktionsvorsitzenden Georg Fenninger scheiden zwei Politik-Schwergewichte aus, die jahrelang die Marschrichtung in der CDU-Fraktion vorgegeben haben.

Auch die Hardtberger CDU-Politikerin und ebenfalls stellvertretende Fraktionsvorsitzende Birgitta Jackel wird nicht mehr zur Kommunalwahl 2020 antreten. Sein Amt als Vize-Vorstand niedergelegt hat bereits der Bad Godesberger Christdemokrat Christoph Jansen, um mehr Zeit für seine Aufgaben als Bad Godesberger Bezirksbürgermeister zu haben. Hinzu kommt, dass auch eine nicht unerhebliche Zahl an weiteren erfahrenen und damit eingespielten Fraktionsmitgliedern zum Ende der Ratsperiode ausscheiden.

In ein Vakuum wird die Fraktion trotzdem nicht geraten, steht mit Guido Déus ein ebenfalls höchst erfahrener CDU-Politiker in den Startlöchern, die Führung der Ratsfraktion nach der Kommunalwahl zu übernehmen. Daraus macht er inzwischen auch kein Geheimnis mehr; ein erster Schritt dazu ist seine Kandidatur am nächsten Montag um die Nachfolge von Christoph Jansen als Fraktions-Vize.

Allerdings wird mit Déus ein anderer Stil ins Alte Rathaus einkehren. Anders als Gilles steht der 51-jährige Beueler den Grünen sehr kritisch gegenüber, wie man zum Beispiel im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, dem Déus vorsitzt, immer wieder erleben kann. Ein so enges Bündnis, wie es CDU und Grüne einst bildeten, wird es sicherlich nicht mehr geben. Zumal auch die Grünen-Spitze sich inzwischen wieder mehr und mehr von ihren bürgerlichen (Noch)-Bündnispartnern absetzt.