Entlang des Tausendfüßlers: Kommt ein Radschnellweg durch Bonn?

Entlang des Tausendfüßlers : Kommt ein Radschnellweg durch Bonn?

Die Stadt will versuchen, einen Radschnellweg von Alfter durch Bonn bis nach Niederkassel, Troisdorf und Sankt Augustin bauen zu lassen.

Ein solcher Landes-Radschnellweg soll in einem Teilabschnitt auch entlang des "Tausendfüßlers" genannten Abschnitts der Autobahn 565 führen. Die Überlegung, den neuen "Tauendfüßler" mit einem Radweg auszustatten, ist nicht neu, wohl aber die Finanzierung und Unterhaltung durch das Land NRW.

Für einen solchen Radschnellweg gelten bestimmte Anforderungen. Er muss beispielsweise mindestens zwischen zwei Kreisen oder kreisfreien Städten verlaufen, vier Meter breit sein und innerorts durchgehend beleuchtet sein. In einer Analyse hat der Nachweis zu erfolgen, dass täglich mindestens 2000 Radfahrer eine solche Trasse nutzen. Die dafür notwendige Potenzialanalyse hat die Stadt bereits beantragt. Leonie Molls aus dem NRW-Verkehrsministerium teilte auf Anfrage mit, dass Bewilligungen "Einzelfallentscheidungen" seien.

Bei einem Planungswettbewerb des Landes NRW im Jahr 2013 waren Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis mit ihrem Vorschlag gescheitert, eine Ost-West-Verbindung zwischen Siegburg und Bornheim als weitgehend kreuzungsfreien Radschnellweg bauen zu lassen. Nun ist stattdessen eine geförderte Radpendlerroute zwischen Bonn und Bornheim verbindet.

Was die Planung des neuen Radschnellwegs angeht, steht die Stadt unter Zeitdruck. Die Betriebsgenehmigung des maroden "Tausendfüßlers" läuft 2022 aus. Der Landesbetrieb Straßen NRW will für den sechsspurigen Ausbau 2019 das Planfeststellungsverfahren einleiten. Eine gemeinsame Planung von Straßen- und Radwegebau müsste bis dahin stehen. Zuvor ist eine Abstimmung mit betroffenen Kommunen notwendig.

Hinzu kommen Bedenken des Landesbetriebs, beide Projekte zusammen zu planen, unter anderem weil der Bauträger das Klagerisiko wegen der breiteren Trasse höher einschätzt. Nach Darstellung der Stadt wäre es möglich, dass das Land die Planungskosten nach erfolgreichem Antrag auch nachträglich übernimmt. "Die Verwaltung wird auch die weiteren Optionen wie Realisierung als kommunaler Radweg unter Einbeziehung von Fördermitteln prüfen", heißt es in der Vorlage der Verwaltung für den Planungsausschuss.

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