Bonner Traditionsgastwirtschaft: Kölner Gastronom soll „Gequetschten“ führen

Bonner Traditionsgastwirtschaft : Kölner Gastronom soll „Gequetschten“ führen

Nachdem jetzt bekannt worden ist, dass die Bonner Traditionsgastwirtschaft „Zum Gequetschten“ an der Sternstraße als Gaststätte weitergeführt werden soll und ein neuer Pächter auch schon gefunden sei, steht nun die Frage im Raum, um wen es sich dabei handelt.

Die bisherige Pächterin, Karola Scholz (52), hört zum Jahresende auf (der GA berichtete). Dann soll das Lokal saniert und im nächsten Jahr neu eröffnet werden. In einem Gespräch mit dem General-Anzeiger bestätigte Scholz, dass sie nach 15 Jahren aus gesundheitlichen Gründen ausscheide. Diesen Grund hatte kürzlich die Sprecherin der Eigentümerin des Gebäudes, Julia Endres, angegeben. Ursprünglich hatte es geheißen, das Lokal schließe, weil die Pachtbedingungen nicht mehr stimmten. „Es kommt alles zusammen“, sagte Scholz, „aber in erster Linie lässt meine Gesundheit eine Fortführung der Gaststätte nicht mehr zu.“

Wer ihr Nachfolger sei, das wisse sie nicht, versicherte sie. Nach GA-Informationen soll es sich um einen renommierten Gastronomen aus der Kölner Gastro-Szene handeln, der wie Scholz mit der Radeburger Gruppe zusammenarbeiten wird. Es soll auf jeden Fall wieder eine bürgerliche Gastronomie angeboten werden, erfuhr der GA weiter. Ob der Name „Zum Gequetschen“ bleibt, war nicht zu erfahren.

Arm von Jesus brachte den Namen

Die Geschichte des Lokals reicht über 400 Jahre zurück. Anfangs war hier die Schenke „Zum Elefanten“ beheimatet, später wurde sie „Zur schiefen Ecke“ umbenannt. Erstmals wird es in historischen Quellen 1578 erwähnt. 1726 erwarb es der Bäckermeister Johann Peter Asbach. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gebäude wurde später wieder aufgebaut und ist also bei Weitem nicht so alt wie die Tradition des „Gequetschten“.

Der Name „Zum Gequetschten“ entstand nach den Archiven wohl erst um 1850. Laut einer Legende war eine Prozession von Gläubigen nach Pützchen unterwegs, die auf ihrem Weg im Lokal einkehrte. Die Gläubigen führten ein Kreuz mit einer Heilandsfigur mit, das sie für die Dauer ihres Aufenthaltes hinter der Eingangstür abstellten. Als einige Bonner Studenten in das Lokal stürmten, klemmten sie das Kreuz hinter der Tür ein. Ein Arm der Jesusfigur brach ab. Fortan hieß das Lokal „de gequetschte Heiland“ oder „em Gequetschte“.

Mehr von GA BONN