Gesteinsstücke hatten sich gelöst: Koblenzer Tor in Bonn bleibt monatelang eingerüstet

Gesteinsstücke hatten sich gelöst : Koblenzer Tor in Bonn bleibt monatelang eingerüstet

Nachdem sich ein Stein aus der Fassade des Koblenzer Tores gelöst hatte, wurde nun ein Planungsbüro mit den Untersuchungen des Gebäudes beauftragt. Für die Sanierungsarbeiten soll ein Arbeitsgerüst auf das bestehende Schutzgerüst aufgezogen werden.

An den Anblick des eingerüsteten Koblenzer Tores müssen sich die Bonner vorerst gewöhnen. Nach Auskunft des zuständigen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) des Landes Nordrhein-Westfalen wird derzeit ein Planungsbüro beauftragt, das sich auf die Untersuchung alter Fassaden spezialisiert hat. Damit die Spezialfirma ein Gutachten über den Zustand des Gebäudes erstellen kann, soll das bereits aufgebaute Gerüst erweitert werden. „Das Schützgerüst bleibt stehen. Darauf wird das Arbeitsgerüst aufgesetzt“, erklärte Frank Buch, Pressesprecher des BLB. Erst dann könne die Sanierung des Tores geplant werden.

Anfang der vergangenen Woche hatte sich ein 800 Gramm schweres Zierelement aus dem Wappenschmuck des Koblenzer Tores gelöst und war auf die Wiese neben der Fahrbahn der B 9 gefallen. Universität Bonn und BLB hatten daraufhin den Torbogen inspiziert und ein Gerüst samt Auffangwanne aufstellen lassen, um Fußgänger, Rad- und Autofahrer vor weiteren, herabfallenden Gesteinsstücken zu schützen. Um diese Sicherheitsmaßnahme einzurichten, musste die Polizei die Fahrspur aus Süden kommend in Richtung Stadtmitte für mehrere Stunden sperren.

Frost hat Sandstein zugesetzt und Stücke abgesprengt

„Das bereits errichtete Schützgerüst hat den Vorteil, dass bei der weiteren Gerüststellung der Verkehrsfluss nicht mehr beeinträchtigt wird“, sagte Buch dem GA. Die Untersuchung und Sanierung der Fassade soll in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bonn und mit dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland erfolgen. Das entsprechende Sanierungskonzept muss zudem von der Unteren Denkmalbehörde genehmigt werden. Ersten Experteneinschätzungen zufolge soll sich der Sandstein gelöst haben, weil der Frost ihm zugesetzt hat. Die derzeitige Sanierung des angrenzenden Ostflügels der Universität könne als Ursache ausgeschlossen werden.

Nach der Genehmigung des Sanierungskonzepts können die Restaurierungsarbeiten an Spezialfirmen vergeben werden. Wie lange die Arbeiten genau dauern sollen, steht laut BLB aktuell noch nicht fest. Bis das Gerüst wieder entfernt werden kann, können allerdings mehrere Monate verstreichen. „Sichergestellt ist jedoch, dass weder der universitäre Betrieb noch der öffentliche Straßen-/Fußgängerverkehr durch die Maßnahme übermäßig beeinträchtigt wird“, sagte Buch.

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