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Klimawache Bonn feiert ein Jahr Bestehen - Rückkehr zum Kohleausstieg

Kreis schließt sich beim Kohleausstieg : Klimawache in Bonn feiert einjähriges Bestehen

Sie haben durchgehalten: Seit einem Jahr treffen sich die Mitglieder der Klimawache einmal im Monat auf dem Bonner Münsterplatz, um über den Umweltschutz in all seinen Facetten zu diskutieren, um aufzuklären und zu informieren.

Biodiversität, Konsum oder auch Handel haben alle auch eine Klimakomponente, die das ehrenamtliche Team um Nina Burkhardt, Rainer Jung und Nils von Delft aufgreift und mit Hilfe von Experten in die Bevölkerung zu tragen versucht.

Ein Ansinnen, das offensichtlich ankommt, wie sich am Dienstagabend erneut zeigte. „Es ist schön zu sehen, dass immer noch Leute kommen und sich für unsere Sache begeistern“, sagt zumindest Burkhardt, die das Projekt im Winter 2018/2019 mit aus der Taufe gehoben hat. „Das zeigt, dass wir etwas bewirkt haben.“ Dabei ist die Klimawache anders als viele andere Aktionen, die Umweltschützer in den vergangenen Jahren auf die Straßen gebracht haben.

Statt lautstarker Parolen gibt es handfeste Fakten, statt langen Märschen ein regelmäßiges Treffen, bei dem jeder willkommen ist. „Wir haben uns damals gegründet, um den Schwung der Proteste rund um den Hambacher Forst konstruktiv weiterzutragen“, erklärt Burkhardt. „Eine Bekannte aus Berlin hatte ursprünglich die Idee, wir haben sie dann für Bonn adaptiert und wollen der Öffentlichkeit unter anderem einen Ort geben, an dem die Klimathemen greifbar werden und an dem jeder erfahren kann, was er oder sie persönlich tun kann, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

Ans Aufhören denkt die Klimawache nicht

An diesem Februartermin dreht sich alles um den Kohleausstieg. Mal wieder. „In gewisser Weise schließt sich der Kreis, weil das vor einem Jahr der Auslöser für die Klimawache war“, erinnert sich Burkhardt. „Es war nur logisch, für unser Jubiläum darauf zurückzukommen, nachdem nun endlich ein erster Entwurf des Kohleausstiegsgesetzes existiert.“

Rund 50 Zuschauer sind gekommen – eine überschaubare Zahl, womöglich dem nassen und kalten Wetter geschuldet. „Angefangen haben wir mit 120, in den Sommermonaten waren wir dann konstant bei etwa 100 Teilnehmern“, erinnert sich Burkhardt. „Wir hoffen, dass wir bald auch wieder da landen werden.“ Aufhören steht für die Klimawache ohnehin nicht zur Debatte – ganz im Gegenteil. Das Team will zunehmend politischen Einfluss ausüben und sich mit Bürgeranträgen einbringen.

„Wir haben im Sommer vergangenen Jahres zusammen mit anderen Initiativen gefordert, dass Bonn den Klimanotstand ausgerufen hat, was letztlich ja auch passiert ist“, betont Rainer Jung. „Jetzt haben wir den Folgeantrag eingebracht, der darauf abzielt, den von der Stadt erstellten Maßnahmenkatalog zur öffentlichen Diskussion zu stellen. Denn nur wenn alle daran mitwirken können, lässt sich auch etwas verändern.“