Aktion zur Klimakonferenz: Klimastämme in der Waldau regen zum Nachdenken an

Aktion zur Klimakonferenz : Klimastämme in der Waldau regen zum Nachdenken an

Seit der COP 23 in Bonn schmücken verschiedene Objekte das neue Umweltbildungszentrum. Sie sollen Umweltschäden symbolisieren.

Etwa 13 Flugzeuge starten Tag für Tag vom Flughafen Köln/Bonn in Richtung Mallorca. Unterwegs ist dabei jeder Passagier für die Freisetzung von 549 Kilogramm CO2 verantwortlich. Der Flugverkehr ist damit ein Haupttreiber des menschengemachten Klimawandels. Im Vergleich: Mit der Bahn könnte man für dieselben Emissionen 13.000 Kilometer weit reisen.

Mit Beispielen wie diesen hat die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) während der Weltklimakonferenz COP 23 in Bonn auf den CO2-Fußabdruck jedes Einzelnen aufmerksam gemacht. Dazu hatte der Verband beschriftete Holzstämme an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet abgelegt. Diese Klimastämme illustrieren, wie viel Holz nachwachsen muss, um die besagte Kohlenstoffmenge wieder aus der Atmosphäre zu binden. Im Fall des Klimastamms Flug dauert das rund 150 Jahre.

„Die Wälder sind der größte Kohlenstoffspeicher der Erde“, sagt SDW-Geschäftsführer Christoph Rullmann. Sie entziehen der Atmosphäre das Treibhausgas CO2 und speichern es als Kohlenstoff im Holz. „Waldschutz ist deshalb auch Klimaschutz.“ Um die Aktion noch nachhaltiger zu gestalten, wurden die Klimastämme nach Ende der Konferenz auf die Waldau gebracht, wo sie rund um das neue Umweltbildungszentrum für Aufmerksamkeit sorgen wollen. In der Zusammenschau kann damit nun jeder leicht nachvollziehen, wie sich die verschiedenen Emissionsquellen für CO2 zusammensetzen. Auf jeden Bundesbürger entfallen demnach 10,2 Tonnen des klimawirksamen Gases. Den höchsten Anteil haben Konsumprodukte und Lebensmittel mit 2,9 Tonnen, gefolgt vom Verkehr mit insgesamt 2,7 und der Heizung mit 2,1 Tonnen.

Manche Einzelbeispiele zeigen den erschreckend hohen Ausstoß, aber auch Möglichkeiten zur Vermeidung. Allein mit ihrem durchschnittlichen Konsum an Rindfleisch (13,3 Kilogramm/Jahr) ist eine vierköpfige Familie in Deutschland für 726 Kilogramm CO2-Ausstoß verantwortlich. Schon ein oder zwei Hamburger weniger in der Woche wirken sich da positiv in der Bilanz aus“, sagt SDW-Mitarbeiterin Maike Wanders, die die Aktion betreut hat. Eine Förderung der Wälder könne helfen, die Folgen menschlichen Handelns zu begrenzen.