Klimaschutz in Bonn: Im Februar gibt es den Dicken-Pulli-Tag in Bonn

Aktion für den Klimaschutz : Dicker-Pulli-Tag für den Klimaschutz in Bonn

Am 7. Februar sollen sich einige Bonner beim „Dicken-Pulli-Tag“ warm anziehen. Denn für den Klimaschutz werden in so manchen Büros die Heizungen um einen Grad heruntergedreht.

Corinna Nitsche-Hainer möchte etwas für die Gesellschaft tun. Die 52-jährige Fernsehredakteurin engagiert sich nebenbei ehrenamtlich für den Klimaschutz und bringt ein neues Projekt für Bonn ins Spiel: Es heißt „Dicker-Pulli-Tag“. Seit Februar 2019 setzt sich die zweifache Mutter für ihr Herzensprojekt ein. „Das Klima retten wir damit nicht“, sagt sie, „aber wir können Menschen wachrütteln und zeigen, dass man auch mit kleinen Schritten viel erreichen kann“.

Klimaschutz als Verantwortung gegenüber den Kindern

Aufgewachsen ist die fröhlich auftretende Journalistin in der Nähe von Dortmund. Aus beruflichen Gründen kam sie mit 20 Jahren nach Bonn und möchte „am liebsten gar nicht mehr weg“. Die Stadt liegt ihr am Herzen - und auch deshalb möchte sie vor Ort mitgestalten. Die Idee des „Dicken-Pulli-Tags“, die ursprünglich aus der belgischen Region Flandern kommt, hätte sie „direkt angesprochen“.

Der „einfache Gedanke“, wie sie sagt, besteht vor allem daraus, dass an einem ganz bestimmten Tag im Winter die Heizungen öffentlicher Gebäude und weiterer Einrichtungen heruntergeregelt werden. „Jedes Grad macht einen Unterschied“, sagt sie. Jeder bringt sich mit einem dicken Pulli seine eigene Heizung von zu Hause mit.

In Bonn findet der Tag am 7. Februar 2020 erstmalig statt – nach den Halbjahreszeugnissen und vor Karneval. „Mir ist wichtig, zu sagen, dass die Heizungen nicht komplett abgedreht werden“, stellt sie auch mit Blick auf teilnehmende Schulen, Kitas und private Haushalten klar. Man merkt, wie wichtig ihr neben dem Klimaschutz auch die Verantwortung gegenüber den Kindern ist. „Ich wollte, dass die Stadt Bonn mitmacht“, bekräftigt sie. Kurzentschlossen nahm sie Kontakt zu einer Bekannten auf, die bereits Erfahrung mit der Einreichung von Bürgeranträgen hatte. „Quasi ganz alleine“, setzte sie sich dann an ihren eigenen.

Corinna Nitsche-Hainer wirbt stadtweit für den „Dicken-Pulli-Tag“ und trifft mit ihrer Initiative auf große Resonanz. So macht etwas das Museum Koenig bereits mit. Foto: Luca Samlidis/Luca (FM) Samlidis

Nachdem der Antrag Anfang Februar bei der Stadtverwaltung eingegangen war, hieß es für die engagierte Bonnerin, erst einmal warten. „Der Antrag ist durch ganz viele Ämter gegangen“, sagt sie. Auch sei er im Bürgerausschuss zweimal verschoben worden. „Das ist, wie wenn man auf eine Klassenarbeit wartet, die dann ins Wasser fällt“, sagt sie und lacht.

„So grün habe ich die CDU noch nie erlebt“

Genehmigt wurde der Antrag erst am 28. Mai, kurz nach den Europawahlen und der Ausrufung des Klimanotstandes. „So grün habe ich die CDU noch nie erlebt“, schmunzelt sie. Verständnis habe die 52-Jährige für den Verwaltungsweg trotzdem, stellt sie klar. Denn nach dem Bürgerausschuss habe „plötzlich alles funktioniert“. Besonders motivierend sei die „gute Unterstützung“ durch die Leitstelle Klimaschutz gewesen.

Vor allem für die Bonnerin, die als freie Redakteurin bei einem Fernsehsender in Bonn arbeitet, bedeutet der „Dicke-Pulli-Tag“ viel Aufwand. Etwas ironisch sagt sie: „Ich bin der »Dicke-Pulli-Tag«“. Das Allermeiste organisiere sie selbst. „Manchmal wünschte ich mir mehr Austausch“, sagt die sehr kommunikative und aufgeschlossene Bonnerin. Die Flexibilität in der jetzigen Situation schätze sie aber auch. Unterstützt wird sie von ihrer Familie und dem 20-jährigen Lukas Zimmermann, der das Homepage-Logo designt habe. Hilfe bekomme sie auch bei der Arbeit mit den sozialen Medien, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Corinna Nitsche-Hainer trifft mit ihrer Initiative auf große Resonanz. Zum Beispiel das Museum Koenig habe angekündigt, am 7. Februar dabei zu sein. Größere Unternehmen und Institutionen spreche Nitsche-Hainer, die auch lange in der Stadtschulpflegschaft engagiert war, gerade an. Ansonsten hat sie viel Netzwerkarbeit vor: Die Schulkonferenzen im Bonner Raum müssen der Teilnahme am 7. Februar zustimmen. Deswegen trifft sie Vertreter der Schulen bei städtischen Veranstaltungen und wirbt für ihr Anliegen. „Ich glaube schon, dass jeder Einzelne viel tun kann“, resümiert sie. Und das könne auch mal „sehr bereichernd“ sein.

Mehr von GA BONN