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Neuer Stadtdechant: Klein verlässt Caritasrat aus Protest gegen Picken

Neuer Stadtdechant : Klein verlässt Caritasrat aus Protest gegen Picken

Gremien rund um das Münster stehen dem neuen leitenden Pfarrer unvoreingenommen gegenüber.

Die Ernennung von Wolfgang Picken zum neuen Bonner Stadtdechanten sorgt in der Stadt weiter für Gesprächsstoff. Vereinzelt schlägt dem langjährigen Bad Godesberger Pfarrer dabei offene Ablehnung entgegen. Ein früherer Kommunalpolitiker verließ jetzt demonstrativ den Caritasrat, dem Picken künftig von Amts wegen vorstehen wird.

Er wolle "keine Sekunde einem Gremium angehören, dem Herr Picken in wenigen Wochen qua Amt vorstehen wird", zitiert der "Express" aus einem Brief des früheren Bonner SPD-Fraktionsvorsitzenden Wilfried Klein an den Caritasvorsitzenden. Er sei "entsetzt über diese Entscheidung des Erzbistums, die offenbar völlig an den Interessen der Bonner Seite vorbei getroffen wurde", heißt es darin ohne nähere Begründung.

Für den GA war Klein am Freitag nicht zu erreichen, die Caritas bestätigte aber seinen Rückzug. Begegnungen zwischen Klein und Picken hat es in der jüngeren Vergangenheit offenbar nicht gegeben.

Laut "Express" halten sich auch im Unterstützerkreis des zurückgetretenen Stadtdechanten Wilfried Schumacher die Ressentiments gegenüber Picken. Demnach habe Alt-Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (ebenfalls SPD) intern die Frage in den Raum gestellt, ob man sich gegen die Personalentscheidung wenden solle.

Auch habe Nimptsch indirekt die These aufgestellt, dass die Ernennung Pickens der wahre Grund für die Demission Schumachers gewesen sein könnte.

Unterdessen sind aus den Gremien rund um das Münster zurückhaltende Töne zu hören. "Wir wollen und werden den Dialog mit Herrn Picken führen und sehen dann, wie es sich entwickelt. Man sollte beide Personalien nicht verquicken", sagt Karl Wilhelm Starcke vom Münster-Bauverein.

Ganz ähnlich äußert sich Ludwig Klassen, Vorsitzender der Münster-Stiftung: "Ich stehe Pfarrer Picken unvoreingenommen gegenüber und habe hohe Achtung vor dem, was er in Bad Godesberg geleistet hat", so Klassen.

Zwischen dem erzwungenen Rücktritt Wilfried Schumachers und dem nun fälligen Neustart müsse man "deutlich unterscheiden". Wolfgang Picken hält sich mit Blick auf einzelne Wortmeldungen bedeckt. Er erneuerte am Freitag auf GA-Anfrage seine Einladung an alle zu einer "konstruktiven, gern auch kritischen Zusammenarbeit". (fa)