Kommentar zur Schließung in der Rheinaue: Klare Begründung für Ende des Kunst!Gartens fehlt

Kommentar zur Schließung in der Rheinaue : Klare Begründung für Ende des Kunst!Gartens fehlt

Das Aus für den Kunst!Garten ist schade. In Bonn war das Konzept mit der loungigen Atmosphäre einzigartig. Gerade abends hatte der Biergarten seinen sehr eigenen Charme.

Freilich hat der Kunst!Garten nicht nur Freunde. So mancher ärgerte sich über die Sperren, die allerdings nur während der großen Konzerte auf dem Kunst!Rasen aufgebaut waren. Ansonsten gab es dort keine Behinderungen für Spaziergänger und Radfahrer. Es wäre zu traurig, wenn die Betreiber nicht einen anderen Standort für ihr Konzept fänden.

Der Kunst!Garten stehe „nicht im Einklang mit den bestehenden Pachtverhältnissen in der Rheinaue“, heißt es seitens der Stadt Bonn. Dieser merkwürdige Satz der Verwaltung lässt Raum für Interpretationen. Eine klare Aussage wäre ehrlicher gewesen – und jeder hätte Verständnis dafür, wenn das Ende des Biergartens im Zusammenhang mit der Zukunft des ehemaligen Rheinland-Pfalz-Pavillons stünde. Es wundert, dass die Stadtverwaltung nach sechs erfolgreichen Jahren plötzlich feststellt, dass ein Biergarten an dieser Stelle unverträglich sein soll.

Ein Investor, der viel Geld in den Ausbau der Gastronomie auf dem Hügel am Bötchensee steckt, wird eine Konkurrenz vor seiner Haustür nicht gerne sehen – zumal er auch noch Pächter der gesamten Rheinaue ist. Auch wenn Rheinauenpächter Dirk Dötsch sagt, es gebe „noch nichts Konkretes“, so ist dem findigen Tausendsassa durchaus zuzutrauen, dass er für die mittelfristige Planung noch weitere Ideen für die Rheinaue hat. Ein zusätzlicher Biergarten bietet sich dort einfach an.

So traurig das Ende für den Kunst!Garten ist, es wäre schön, wenn es auf absehbare Zeit am Bötchensee noch ein gastronomisches Angebot gäbe. Den Bonnern könnte durchaus eine Überraschung bevorstehen. Zumindest sprach Dötsch schon mal von einer Seeterrasse...