Stadtteilverein Dransdorf: Kinder machen sich mit Theater stark

Stadtteilverein Dransdorf : Kinder machen sich mit Theater stark

Fatima lässt sich nicht mobben: Sie geht ihren eigenen Weg. Während die anderen Kinder ihre Zeit vertrödeln, lernt sie lieber. Dieselben, die sie dafür hänseln, brauchen Jahre später, als sie ausgebildete Ärztin ist, ihre Hilfe.

Es ist eine von mehreren Szenen, die Dransdorfer Kinder am Samstag bei einer Theaterveranstaltung des Stadtteilvereins Dransdorf aufführten.

Da ging es um Mobbing, um Angst vor gruseligen Fernsehsendungen, um Vertrauen und um Zusammenhalt in einer Notsituation. An diesen kleinen Theaterszenen hatten die Kinder innerhalb des Kooperationsprojektes "Ich bin ich - Theater macht stark"des Stadtteilvereins mit dem Brotfabrik Theater in einem Workshop mit Theaterpädagogin Silvia Stroh gearbeitet. Daneben gab es mehrere Theatertermine zu verschiedenen Themen, an denen die Kinder und ihre Eltern Aufführungen sahen. "Es ist wichtig, dass die Kultur nach Dransdorf kommt", sagte Ilona Arian, Leiterin des Stadtteilvereins. "Für die Kinder fehlt das einfach." Ihnen wolle man den Zugang zu professioneller Kultur bieten.

Den Szenen der Kinder ging die letzte Theateraufführung dieser Reihe voraus: Alf Schwilden vom Theater Punkt, das in der Brotfabrik untergebracht ist, erzählte mit einfachsten Mitteln die Geschichte "Zaubernacht" von einem alten Obdachlosen, der an Weihnachten von vielen Menschen in einer Stadt abgewiesen wird. Ihm schließt sich ein Hund an, mit dem der Alte sein letztes Brot teilt. Da verwandelt sich der Hund in einen Zauberer, der dem Mann einen Wunsch gewährt. Der will aber nichts - letztlich wünscht er sich nur den Hund zurück. Die vorweihnachtliche Botschaft: Man sollte sich seine Wünsche immer gut überlegen. "Man bekommt nicht immer das, was man sich wünscht."

Diese Geschichte stellte er mit bemalten Pappkartons, Pappfiguren und zwei Marionetten dar, wunderschön und mit Ruhe erzählt, auch mit Passagen, in denen nicht gesprochen wurde. Die Kinder waren sehr aufmerksam und machten mit, und daran, dass einige mehrmals der Figur des obdachlosen etwas zuriefen, merkte man, wie sie diese schlichte Darstellung fesselte. Zuvor erklärte Schwilden dem jungen Publikum, was das Besondere am Theater ist: "Man kann mich anfassen. Ich bin jetzt hier und kein Fernseher."

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