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Kita Botania: Kekse backen für Kindergarten in Myanmar

Kita Botania : Kekse backen für Kindergarten in Myanmar

"Myanmar ist ganz weit weg", erklärt Zimmerermeister Barthel Schmitz einer großen Schar Kinder, die ihm mit offenem Mund zuhören.

Und noch während der 71-Jährige weiter davon berichtet, dass dort gerade 35 Grad Hitze herrschen, wandern die Blicke zu dem anderen Mann. Der heißt Htoo Thwin und trägt die übliche Landeskleidung, die auch für Männer aus einem Wickelrock besteht. Er vertritt eine Schule, für die die Mädchen und Jungen viel Geld gesammelt haben.

"Unsere Schule liegt in Mandalay", erzählt Htoo Thwin. "Mehr als 7000 Jugendliche unterrichten wir dort." Junge Leute lernen Nähen, Schreinern oder IT, auf lange Sicht soll eine Berufsschule nach deutschem Vorbild entstehen. Unterricht findet auch deswegen statt, weil der Senior Experten Service (SES) mit Sitz in Bonn fachlich geschultes, pensioniertes Personal in solche Projekte entsenden kann.

Barthel Schmitz ist einer von ihnen. Er war schon je drei Mal in Mingun, wo der Kindergarten beheimatet ist, sowie in Laos und zweimal in Kambodscha, um dort ehrenamtlich an Sozialprojekten zu unterrichten und mitzuwirken. Das alles klingt für die Botania-Kinder an der Graurheindorfer Straße ziemlich mysteriös, aber ein bisschen was wissen sie trotzdem über das Land in Asien, schließlich haben sie sich fünf Monate lang auf diesen Tag vorbereitet.

"In den einzelnen Gruppen wurden bestimmte Themen zu Myanmar bearbeitet", erklärt Einrichtungsleiterin Mechthild Eisen. Da ging es um Flora und Fauna, um Sitten und Gebräuche, um Kleidung und natürlich um Land und Leute. Und die "Gespenster"-Gruppe hat die Landeswährung durchgenommen, die Kyat heißt.

Apropos Geld: Nach den Erzählungen überreichten die Mädchen und Jungen ein großes Glas voll mit Spenden an Htoo Thwin. Das war eine höchst aufregende Aktion, denn immerhin hatten die Kinder viel dafür geleistet: Sie hatten Waffeln, Pfannkuchen und Flaggenkekse gebacken und im Kita-Laden verkauft, einen Flohmarkt mit eigenen Sachen organisiert und vermutlich auch noch einige Spenden von ihren Eltern gesammelt. Insgesamt ergab das einen Betrag von 1021,97 Euro, die die Kleinen dem strahlenden Mann im Wickelrock in die Hand drücken konnten.

Julia Hohn vom Senioren Expert Service ist begeistert von der Aktion, weil sie ein schönes Beispiel für die Zusammenarbeit von deutschen gemeinnützigen Einrichtungen und Partner-Institutionen im Ausland darstellen. 30.000 solcher Einsätze wie den von Zimmerermeister Schmitz hat der SES seit seiner Gründung vor 31 Jahren koordiniert. Heute stehen 11.000 Senior-Experten mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren in der Datenbank der Koordinatoren. Die Finanzierung der meisten Auslandseinsätze erfolgt über Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Htoo Thwin, der zurzeit eine Art Praktikum in Deutschland absolviert, freut sich riesig über das Geld für einen Kindergarten. Aber vermutlich muss er die vielen gespendeten Münzen vor seiner Abreise noch in Scheine umtauschen, sonst wird der Koffer zu schwer.