Am Einkaufszentrum Oppelner Straße: Keine Festnahmen nach Razzia in Tannenbusch

Am Einkaufszentrum Oppelner Straße : Keine Festnahmen nach Razzia in Tannenbusch

Festgenommen hat die Polizei bei ihrer Razzia in Tannenbusch niemanden, aber 45 Personen überprüft. Die Beamten durchkämmten das Hochhaus und durchsuchten eine Wohnung. Anwohner hatten sich über Drogen-Dealer beschwert.

Donnerstagnachmittag gegen 16.30 Uhr, Oppelner Straße in Neu-Tannenbusch. Die Aktion geschieht blitzartig. Ein Reisebus mit abgedunkelten Scheiben rollt heran, hält an einem der Hochhäuser, heraus springen zahlreiche Polizisten. Sie bilden zwei Gruppen, die eine läuft zum Einkaufszentrum Tannenbusch, die andere zur gegenüberliegenden Straßenseite, wo ein für seine Drogendealerszene bekanntes Hochhaus steht. Genau auf diese Szene hätten es die Beamten abgesehen, wie Polizeisprecher Robert Scholten kurze Zeit später den Journalisten sagt. Insgesamt seien 100 Polizisten im Einsatz.

Der Überraschungseffekt der Aktion sei gelungen, zeigte sich Scholten zufrieden. Festnahmen habe es zwar keine gegeben, insgesamt habe man aber 45 Personen überprüft. Dazu hatte ein Teil der Beamten gut anderthalb Stunden lang zwei Gruppen von zehn beziehungsweise 15 Leuten umzingelt – fast ausschließlich junge Männer. Einer der Festgehaltenen blutete an der Stirn, er hatte sich bei dem Einsatz verletzt. Ein Polizist habe sich an der Hand leicht verletzt, so Scholten.

Hin und wieder führten die Beamten Männer aus den Gruppen ab und brachten sie zu einem der zahlreichen Mannschaftswagen. Andere Polizisten durchkämmten das Hochhaus, durchsuchten eine Wohnung, Keller und das Treppenhaus mit seinen zahlreichen Gängen.

„Anwohner hatten sich beschwert, weil in diesem Bereich mit Drogen gedealt wird“, sagte Scholten zum Grund der Aktion und zeigte auf das Hochhaus. Zwar werde auch am Einkaufszentrum noch gedealt, doch die Szene habe sich wegen der Bauarbeiten schwerpunktmäßig auf die andere Straßenseite zu dem Hochhaus hin verlagert.

Dies habe vor allem damit zu tun, dass die für ihre Drogendealerszene bekannte Spielhalle wegen des Umbaus des Einkaufszentrums wie die anderen Läden dem Erdboden gleichgemacht worden sind. Der Abriss und geplante Neubau sind Teil des Städtebauprogramms Soziale Stadt Tannenbusch. Im Visier haben Stadt und Polizei dabei auch die Drogenszene.

„Das wird doch hier immer schlimmer“, meinte eine junge Mutter mit Kind, die im Hochhaus nebenan wohnt und zu den zahlreichen Schaulustigen gehörte. Während sich andere Nachbarn wortkarg gaben, sagte die junge Frau auf Nachfrage: „Das hier sind doch nicht die einzigen Stellen, wo gedealt wird.“ Polizeisprecher Scholten kündigte an, die Polizei werde solche Aktionen wiederholen. „Unser Ziel ist es, das sich das Treiben hier beruhigt.“

Am Ende der Aktion bilanzierte er 45 überprüfte Personen, mehrere Fahrzeugkontrollen und fünf Tütchen mit Drogen. Die Beamten erstatteten außerdem Anzeigen, weil sich kontrollierte Personen ihren Anweisungen widersetzt beziehungsweise die Beamten beleidigt hatten. Von drei Personen nahmen die Polizisten die Daten auf, ein Mann musste ins Gewahrsam, weil er einen Platzverweis ignorierte.