150 Jahre DRK: "Kein kalter Kaffee" zum Geburtstag

150 Jahre DRK : "Kein kalter Kaffee" zum Geburtstag

Unter dem Motto "Kein kalter Kaffee - 150 Jahre Rotes Kreuz" wurden rund 520 Liter heißer Kaffee in 3000 Bechern verteilt. Mit der Aktion feierten die Rotkreuzler und Mitglieder der DRK-Schwesternschaft Bonn das Jubiläum der weltgrößten Freiwilligenorganisation.

Die Bonner Pendler staunten gestern früh nicht schlecht, als ihnen Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes auf offener Straße Kaffeebecher in die Hand drückten. Zwischen 7 und 9 Uhr konnte einem das unter anderem am Busbahnhof, auf dem Beueler Adenauerplatz, am Bad Godesberger Bahnhof, auf der Königswinterer Autofähre sowie an fünf weiteren Stationen passieren.

Nachmittags gab es auch Kaffee, allerdings mit Torte - und zwar im Gobelinsaal des Alten Rathauses, wo der Kreisverband Bonn zum Empfang geladen hatte. Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch gratulierte und wies auf die Bedeutung der Bonner DRK-Einrichtungen hin. "Wir wären um einiges ärmer in Bonn, wenn es die Aktivitäten des Deutschen Roten Kreuzes nicht gäbe."

Ohne diese hätte die Kommune auch wesentlich höhere finanzielle Aufwendungen, so Nimptsch. Als Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Bonn wies Georg Fenninger darauf hin, dass das Rote Kreuz nicht nur aus dem Rettungsdienst besteht, den man häufig auf der Straße sieht: Er wolle auch das Augenmerk auf die Wohlfahrtsverbände, den Migrationsdienst, Senioren- und Kindertagesstätten und viele andere Angebote lenken. Auf die DRK-Schwesternschaft Bonn gehört dazu, ein Zusammenschluss von Frauen in Pflegeberufen, den die Oberin Lioba Brockamp vorstellte.

Aufgaben sind die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege und die Hilfestellung für Menschen in Not. 33 Schwesternschaften gibt es in Deutschland. Das Bonner Mutterhaus befindet sich im Venusbergweg.

Einen Blick in die Zukunft warf Karl Demmer, Mitglied des DRK-Präsidiums. Die Aufgaben der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften seien heute um einiges vielfältiger. Im Inland sei eine der vorrangigen Herausforderungen der demografische Wandel. "Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird nach Prognosen von derzeit 2,25 Millionen auf rund 4,7 Millionen Menschen im Jahre 2050 anwachsen." Um das zu bewältigen, brauche man die Hilfe der Ehrenamtlichen, denen Demmer und die anderen Redner für ihr Engagement dankten.