Grünen-Politikerin: Katja Dörner will OB in Bonn werden

Grünen-Politikerin : Katja Dörner will OB in Bonn werden

Die Bundestagsabgeordnete Katja Dörner (Grüne) will Oberbürgermeisterin in Bonn werden. In einem Brief an die Mitglieder des Bonner Kreisverbands hat sie sich als Kandidatin für die Kommunalwahl im Herbst 2020 beworben.

Die Bundestagsabgeordnete Katja Dörner (Grüne) will Oberbürgermeisterin werden. In einem Brief an die Mitglieder des Grünen-Kreisverbands bewirbt sie sich als Kandidatin für die Kommunalwahl im Herbst 2020. Zwar stehe eine Nominierung noch nicht an, schrieb die 43-Jährige, sie wolle aber „frühzeitig einen intensiven Austausch“ ermöglichen, welche Erwartungen die Partei habe. Sie sei bereit, „mit Freude, Elan und großer Ernsthaftigkeit eine neue, noch größere Verantwortung als bisher für unsere Stadt zu übernehmen“.

Wird Dörner aufgestellt, trifft sie auf Amtsinhaber Ashok Sridharan (CDU) und die Sozialdezernentin von Bornheim, Alice von Bülow (SPD). Die FDP, neben den Grünen zweiter CDU-Partner in der Jamaika-Koalition, will im Herbst über einen Kandidaten entscheiden. „Wir werden auch mit OB Sridharan sprechen, den wir bei der letzten Wahl unterstützt haben“, so FDP-Fraktionschef Werner Hümmrich. Dörner kündigte an, neben Familienfreundlichkeit, stärkerer Bürgerbeteiligung und Bildung besonders auf Umweltthemen zu setzen. „Es ist Zeit, klimaneutrale Stadt zu werden“, schrieb sie ihrer Partei. „Es ist Zeit, den Verkehr konsequent an Fußgänger*innen und Radfahrer*innen auszurichten.“ Wichtig sei, Prioritäten in der Stadt richtig zu setzen, betonte sie im GA-Gespräch: „Da ist Luft nach oben!“

Die gebürtige Siegenerin Katja Dörner lebt seit 1995 in Bonn. Mit Ehemann Till (41) und Sohn Theo (5) wohnt sie in Auerberg. Sie gehörte ab 2002 als schulpolitische Sprecherin zur Ratsfraktion und war Mitglied des NRW-Landesvorstandes der Partei. Seit 2009 vertritt Dörner Bonn im Bundestag und ist seit 2013 stellvertretende Fraktionsvorsitzende – mit den Schwerpunkten Gesundheit, Frauen und Familie. Sie habe keine Erfahrungen in einer Verwaltung, so Dörner, aber dafür in führender Position in einem großen politischen Apparat. „Außerdem würde ich auf die Erfahrung des Verwaltungsvorstands der Stadt aufbauen.“ Ob sie sich im Fall einer Wahlniederlage 2021 eine erneute Bundestagskandidatur vorstellen kann, ließ Dörner offen. „Ich möchte mich auf die OB-Wahl konzentrieren und sehe sehr gute Chancen, sie zu gewinnen.“ Der Nominierungsparteitag soll Anfang 2020 stattfinden. Vorher planen die Grünen aber im Januar oder Februar ihren Programmparteitag, berichtete Katrin Uhlig, eine der beiden Kreissprecherinnen. „Wir freuen uns sehr, dass eine erfahrene Politikerin wie Katja Dörner ihren Hut in den Ring wirft“, betonte Uhlig.

Gegenkandidaten sind wohl nicht in Sicht. Auch Tom Schmidt, der grüne Ratsfraktionsgeschäftsführer, hegt keine Ambitionen. Er hatte 2015 bei der OB-Wahl 22,1 Prozent erzielt und knapp hinter SPD-Bewerber Peter Ruhenstroth-Bauer (23,7 Prozent) gelegen. Ashok Sridharan gewann im ersten Wahlgang mit 50,06 Prozent knapp die absolute Mehrheit. Bei der Ratswahl 2014 kamen die Grünen auf 18.6 Prozent. Bei der Europawahl im Mai wurden sie mit 32 Prozent stärkste Kraft in Bonn.

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