Abschluss des rotarischen Jahres: Kardinal Woelki wünscht sich in Bonn einen neuen Sozialstaat

Abschluss des rotarischen Jahres : Kardinal Woelki wünscht sich in Bonn einen neuen Sozialstaat

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki sieht viele Gemeinsamkeiten zwischen Kirche und Rotariern. Als Festredner zum Abschluss des rotarischen Jahres sprach er über den Sozialstaat 4.0.

Rotarier und Kirche in einem Boot: Die 83 Clubs des Rotary-Distrikts 1810 haben im Maritim-Hotel den Abschluss des rotarischen Jahres gefeiert. Im Begleitprogramm der Konferenz ging es zum Flüchtlingsboot im Haus der Geschichte, das laut Distriktgovernor Wolfgang Maurus daran erinnert, „dass wir als Rotarier und als Kirche immer den Menschen im Blick haben mögen“.

Als Festredner wurde der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki mit Applaus empfangen. „Sie unter uns zu wissen, ist uns eine besondere Ehre“, sagte Goddert von Wülfing, Präsident des Rotary-Clubs (RC) Bonn.

Oberbürgermeister Ashok Sridharan würdigte in seinem Grußwort die ungewöhnlich große Zahl von zehn Rotary-Clubs in der Stadt, die auch eng mit der Geschichte der Vereinten Nationen verbunden seien. „Der selbstlose Dienst am Nächsten fällt erkennbar auf fruchtbaren Boden“, sagte Sridharan und dankte allen, die sich für das Gemeinwohl aktiv einsetzten.

„Ich habe bis zur Vorbereitung auf diesen Vortrag immer gedacht, dass die katholische Kirche einer der ältesten Serviceclubs der Welt sei“, sagte Woelki augenzwinkernd, um in seiner Festrede katholische Soziallehre und das Wirken der Rotarier in Bezug zu setzen.

Verantwortung für die Welt übernehmen

In der Zukunft gebe es neue Herausforderungen: „Wir brauchen auch einen Sozialstaat 4.0, der mögliche Formen neuer Armut früh erkennt“, so Woelki. Als Beispiel nannte er den Wegfall von Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung.

Die Gründung von Rotary im Chicago des beginnenden 20. Jahrhunderts habe viel bewegt, mehr als drei Milliarden Dollar seien seither in Projekte geflossen. Besonders erfolgreich: der Kampf gegen die Kinderlähmung. „Sie zeigen Verantwortung für eine Welt, die es nötig hat, dass Menschen tun was getan werden muss“, sagte Woelki. Kirche und Rotarier hätten ähnliche Aufträge, auf die Beteiligung der Schwachen zu achten.

Und nicht nur das: Als nächstes Bonner Projekt wollen die Rotarier im Herbst mit der Restaurierung der römischen Gräberstraße in der Rheinaue beginnen.

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