Kardinal lädt auf der Straße ein

Kardinal lädt auf der Straße ein

"Es war ein sehr bewegender, kraftspendender Augenblick", stand auf einem der Meinungs-Zettel, geschrieben von Michaela, 21 Jahre alt. Die junge Frau hatte am Samstag den 49. Nightfever-Abend in der Remigiuskirche besucht. Auch das Ehepaar Vogel aus Berlin war beeindruckt: "Es war sehr intensiv und tief gehend", sagte Monika Vogel. Ihr Mann Gunther fügte hinzu: "Etwas Adäquates gibt es in Berlin nicht."

Er irrte sich: Auch in der Hauptstadt gibt es seit zwei Jahren regelmäßige Besinnungsabende unter dem Titel "Nightfever", ebenso in 21 weiteren deutschen Städten sowie in Holland und der Schweiz. Alle gehen auf die Bonner Aktion zurück, die kurz nach dem Weltjugendtag im Jahr 2005 ins Leben gerufen wurde und am Samstag ihr fünfjähriges Bestehen mit einem besonderen Programm feierte: In der Festmesse predigte Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, anschließend lud er selber in der Brüdergasse Passanten zum Verweilen ein. Außerdem auf dem Programm: Vorträge, Musik und Gelegenheit zu Gesprächen mit anderen.

"Nach dem Weltjugendtag dachten wir, es muss weitergehen", sagte Katharina Möller vom Bonner Team. Deshalb hatten sie im November 2005 den ersten Abend veranstaltet und waren vom großen Interesse der Bonner überrascht. Auch am Samstag war die Beteiligung groß: Allein zum Gottesdienst waren gut 500 Besucher gekommen, anschließend nutzten viele Menschen die Einladung, in der nur durch Kerzen erleuchteten Remigiuskirche zu beten, Geistliche zum Gespräch oder zur Beichte aufzusuchen oder einfach der Musik zu lauschen und die entspannt-besinnliche Atmosphäre zu genießen.

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