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Granate im Muffendorfer Vorgarten: Kampfmittel-Experten entfernen Blindgänger in Bonn

Granate im Muffendorfer Vorgarten : Kampfmittel-Experten entfernen Blindgänger in Bonn

In der Hohlen Gasse wurde am Sonntagnachmittag eine Granate unter etwas Laub entdeckt. Der Kampfmittelräumdienst transportierte die 20-Zentimeter-Granate ab.

Da staunten Nicole und Sascha Adolfs nicht schlecht, als sie in ihrem Vorgarten an der Hohlen Gasse am Sonntagnachmittag beim oberflächlichen Entfernen von Laub plötzlich auf einen merkwürdigen Gegenstand stießen. Das mehr als handgroße längliche Fundstück habe wie eine Granate ausgesehen, berichtet Nachbarin Jutta Kregel, die herbeigeeilt war. „Uns ist schon irgendwie das Herz in die Hose gerutscht.“ Nachbarn hätten sofort die Polizei alarmiert.

Beamte der Godesberger Wache hätten sich an Ort und Stelle einen Überblick verschafft und anschließend das zuständige Ordnungsamt der Stadt informiert, sagte Frank Piontek, Pressesprecher der Polizei. Laut Kregel gingen die Beamten davon aus, dass es sich um eine Granate wohl aus dem Zweiten Weltkrieg handele. Der rund 20 Zentimeter lange Blindgänger habe einen Durchmesser von sechs Zentimeter gehabt.

„Auf Grund der Tatsache, dass die Bonner Polizei durch das Ordnungsamt nicht zur Absperrung angefordert wurde, ging von ihr wohl keine direkte Gefahr aus“, sagte Piontek. Bearbeitung und Zuständigkeit habe in Händen der Stadt gelegen. „Aus polizeilicher Sicht waren keine weiteren Maßnahmen erforderlich.“ Für die Stadt sagte Stefanie Zießnitz, die Polizei habe dem Stadtordnungsdienst am Sonntag sofort die Nachricht über den Kampfmittelfund übermittelt.

Vor Ort habe der Ordnungsdienst die Einsatzstelle übernommen, gesichert und den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung angefordert. Die Experten trafen gegen 20 Uhr ein. Nach deren Angaben habe es sich um eine Granate gehandelt. Laut Kregel hätten sie gesagt, dass die Granate „noch scharf“ gewesen sei. „Sie haben sie dann vorsichtig in einen dicken Behälter gepackt und mitgenommen.“

Zur Frage, ob den Anwohnern Gefahr gedroht habe, antwortet Zießnitz, der Bereich sei lückenlos bewacht worden. So habe keine Gefahr bestanden, „dass jemand dem Kampfmittel zu nahe kommt“. Konkrete Erkenntnisse, dass in Muffendorf weitere Funde möglich seien, gebe es derzeit nicht. Potenziell könne dies aber nirgendwo ausgeschlossen werden. „Im Zusammenhang mit anstehenden Baumaßnahmen werden Luftbilder der Alliierten auf hiesigen Antrag vom Kampfmittelräumdienst ausgewertet.“ Auf die Frage, warum der Fall nicht öffentlich gemacht wurde, sagt Zießnitz, das sei nicht notwendig, wenn das gefundene Objekt unmittelbar und problemlos abtransportiert werden könne wie in diesem Fall.

Wie berichtet, war im Juli 2003 bei einem Neubauprojekt an der Muffendorfer Steingasse ein Baggerführer auf eine große englische Fliegerbombe gestoßen.