Kaiserstraße in Bonn: Busse dürfen Fahrräder nicht mehr überholen

Verkehrsführung in Bonn : Busse dürfen Räder auf Kaiserstraße nicht mehr überholen

Zur Verkehrsführung an der Kaiserstraße hat die Bonner Bezirksvertretung erneut getagt. Anwohner der Kaiserstraße können künftig mit Sondergenehmigung be- und entladen. Doch auch für Radfahrer und Busse gibt es Neuigkeiten.

Es gibt Neues von der Verkehrsführung Kaiser- und Nassestraße: Am Dienstagabend hat die Bonner Bezirksvertretung erneut über die zum 1. September gefundene Lösung debattiert. Sie wird bis Ende März mit dem erweiterten Cityring getestet. Wie die Anwesenden - zu denen auch Vertreter der Bürgerinitiative für eine lebenswerte Südstadt (BI) gehörten - erfuhren, hat der dicke durchgezogene Strich in der Mitte der Kaiserstraße eine andere Bedeutung, als bisher gedacht: Er darf im fließenden Verkehr nicht überfahren werden, sondern nur bei stehendem Verkehr, also beispielsweise bei Müllautos. Bislang wurde das von der Verwaltung anders dargestellt. Die Konsequenz daraus: Busse dürfen sowohl auf der dem Nahverkehr und Fahrrädern vorbehaltenen Umweltspur stadtauswärts als auch auf der Fahrspur in die Innenstadt keine Fahrräder oder anderen Fahrzeuge mehr überholen.

Kurz jubelten Anwohner auf der Tribüne, weil sie dachten, der Versuch würde abgebrochen. Der Antrag von Herbert Spoelgen (SPD), den Test sofort zu beenden, scheiterte knapp. Allerdings ist ohnehin fraglich, ob nicht der Rat zuständig wäre. Beschlossen hat die BV auch auf Anregung der Initiative, dass nun klar definiert wird, wo die weggefallenen Parkplätze auf der Kaiserstraße in den Seitenstraßen einen neuen Ersatz für Anwohner finden.

Die Verwaltung sieht derzeit keinen Anlass für einen Abbruch des Versuchs. Oberbürgermeister Ashok Sridharan hatte im Beisein der Polizei, der Bürgerinitiative und des Studentenwerks einige Zugeständnisse für Anwohner der Kaiserstraße angekündigt. Sie sollen eine Sondergenehmigung bekommen, um ein- und ausladen zu können. Anlieger Richtung Kaiserplatz können an der Ecke zur Nassestraße weiter geradeaus fahren, um ihre Wohnungen oder Geschäfte zu erreichen. Sie müssen nicht rechts in die Nassestraße abbiegen. Gleiches soll für Lkw und Busse gelten.

Stefan Rausch von der BI fordert, die Nassestraße wieder als Anliegerstraße auszuweisen. Die Polizei hat ihre Bedenken, sie könne nicht weiter als Fahrradstraße ausgewiesen werden, für den Testversuch zunächst zurückgestellt. Nächste Woche muss sich der Beschluss der Ratskoalition erneut bewähren: Dann beginnt das Semester, und die Studenten strömen wieder in die Mensa Nassestraße.

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