Von Schlangen und Ameisenstraßen: Jugendprogramm im Museum Koenig feiert Zehnjähriges

Von Schlangen und Ameisenstraßen : Jugendprogramm im Museum Koenig feiert Zehnjähriges

Seit zehn Jahren gibt es das Projekt „Natur beflügelt“ im Museum Alexander Koenig. Das Interesse war von Anfang an groß und ist bis heute ungebrochen.

Ganz im Zeichen der jungen Nachwuchsforscher stand die Feier zum zehnten Geburtstag des Jugendprojekts „Natur beflügelt“ des Museums Alexander Koenig. 2008 hatte der Förderverein das Projekt ins Leben gerufen, um Jugendliche dauerhaft an das Museum zu binden – und nicht nur für einen einzigen Besuch mit Familie oder Schule. „Angefangen haben wir zunächst mit dem Jungforscherclub für Kinder ab zehn Jahren, aber das Interesse stieg rapide an, sodass wir inzwischen bei vier verschiedenen Gruppen sind“, erklärt Jugendclub-Leiterin Viola Hartmann.

Der Präsident der Alexander Koenig Gesellschaft, Helmut Stahl, hob in seinem Grußwort die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor: „Ohne den Einsatz vieler engagierter Menschen und ohne die langjährige finanzielle Förderung unserer Sponsoren wäre dieser Erfolg unseres Jungendprogramms nicht möglich gewesen. Dafür möchte ich allen sehr herzlich danken.“ Nach dem offiziellen Teil erhielten am Sonntag auch Jugendliche die Möglichkeit, ihre Arbeiten vorzustellen. Bei der Präsentation konnte man beispielsweise dem Phänomen Einhorn nachgehen – mit dem Ergebnis, dass es sich bei angeblichen Einhörnern um Verwechslungen mit anderen Tieren handelt –, Eisbärhaare durch das Mikroskop ansehen oder aber auch Bilder des Kunstprojektes bewundern. Mit dabei war auch Adrian Muna, der sich mit fiktiven und realen Drachen beschäftigt hatte: „Es gibt viele Sagen über Drachen, in denen sie alle Feuer speien und Flügel haben. Aber die realen Drachen, die es auch heute noch gibt, sind die Komodo-Warane.“

Er erläuterte in seiner Präsentation die Verbindung zu den Dinosauriern, zeigte Echsen, die wie Drachen aussehen (etwa die Segelechse), und zog immer wieder auch Verbindungen zur Kulturgeschichte. Allerlei Neues konnte man in seinem Vortrag erfahren, so die doch sehr ansehnliche Anzahl verschiedener Waran-Arten, zu denen immer wieder auch Neuentdeckungen hinzukommen, und auch ihre Verbreitung. Der Bezug zum Museum Koenig liegt auf der Hand, denn Forscher des Hauses waren immer wieder an der Entdeckung neuer Arten beteiligt. Dass das museumspädagogische Projekt immer auch die Nähe zur Forschung im eigenen Hause sucht, zeigt sich vor allem auch im Angebot für die Ältesten, von denen nicht wenige auch im Studium den Weg in die Naturwissenschaft wählen.

Bei den drei Geschwistern Tim (20), Birthe (17) und Maike (14) war schnell klar, dass die jüngeren Schwestern dem großen Bruder in das Projekt nachfolgen würden. Dieser hat vor neun Jahren beim Projekt angefangen, studiert nun Biologie und wird bald selbst als Referent bei „Natur beflügelt“ anfangen. Im Science-Club geht es mit großen Schritten in die richtige Forschung: „Im AKSC haben wir auch Zugang zu den Laboren und Sammlungen, in die normale Besucher nicht reinkommen“, erzählt Birthe. „Wir haben Zugang zu anderen Geräten als die Jüngeren, beispielsweise Mikro-CTs, oder dürfen beispielsweise beim Beringen von Fledermäusen dabei sein.“ Zu ihren Aufgaben an diesem Tag gehörte auch das Erstellen eines Papers, wie in der Naturwissenschaft üblich, um die Inhalte des Clubs zu präsentieren. Auch ging es praktisch zu – etwa,, als die Ameisen für die Regenwaldausstellung präpariert wurden. Auch lebenden Tieren durfte man sich zum Geburtstag widmen – und auch mal die mehr als 50 Jahre alte Würgeschlange streicheln.

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